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7 Projekte mit Vorbildcharakter: Die Shortlist beim DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“

Schmuttertal-Gymnasium Diedorf Foto: Stefan Müller-Naumann

Wenn Ende November zum vierten Mal der DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ verliehen wird, geht es wieder für einige herausragende Bauprojekte auf die große Bühne des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Sie werden gewürdigt für ihre architektonische Leistung, die Nachhaltigkeit, Innovation und Ästhetik auf beispielhafte Weise vereint. Sie präsentieren sich Seite an Seite mit den nachhaltigsten Städten und Kommunen, Unternehmen, Marken und Forschungsprojekten, die jährlich bei Europas größtem Preis seiner Art ausgezeichnet werden.

Der DGNB Preis ‚Nachhaltiges Bauen‘ ist ein Preis mit eigenem Stellenwert, der sich von anderen Architekturpreisen unterscheidet, denn er zeichnet nicht Architektur für Architekten aus, sondern bringt einer viel breiteren Öffentlichkeit Nachhaltigkeit und Architektur nahe.“ So beschreibt DGNB Vizepräsident Martin Haas die Besonderheit des Preises. Damit einher geht auch, dass Gebäude mit einer Vielzahl unterschiedlicher Nutzungsformen sich für den Preis bewerben und dies als Chance begreifen, ihr Projekt über die Fachöffentlichkeit hinaus bekannt zu machen.

Zweimal Wohnen, dreimal Lernen und Wissen

Das hat sich auch in diesem Jahr wieder gezeigt, wie die Shortlist der sieben Projekte zeigt, die noch im Rennen um den DGNB Preis 2016 sind. So haben es zwei Wohngebäude, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, auf die Bestenliste geschafft: Die Antivilla bei Potsdam und das AKTIV-STADTHAUS im Herzen von Frankfurt. Bildungs- und Wissensbauten sind gleich dreimal vertreten mit dem Innovationszentrum der Stadt Aalen, der +e Kita in Marburg, die unter dem Namen „Solarraupe“ bekannt ist, sowie dem Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf.

„Weil wir gut einschätzen können, unter welcher Konkurrenz der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zu bekommen ist, freut uns die Erreichung der Shortlist ungemein, denn sie bestätigt uns, dass das Bemühen aller Beteiligten, beim Projekt Schmuttertal-Gymnasium Diedorf neue Standards zu setzen, öffentliche Anerkennung findet“, kommentiert Hermann Kaufmann (Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH) das Erreichen der Shortlist.

Schmuttertal-Gymnasium Diedorf Architekten: Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH Foto: Stefan Müller-Naumann

Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, Architekten: Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH, Foto: Stefan Müller-Naumann

„Die Nominierung für den DGNB Preis ist für uns ein wichtiger Ansporn, den eingeschlagenen Weg auf der Suche nach einer nachhaltigen Architektur weiterzugehen“, so Andreas Sedler. Er ist Gesellschafter bei opusARCHITEKTEN und Teil des Projekts +e Kita in Marburg.

+e Kita Marburg | Solarraupe Architekten: Opus Architekten Foto: Eibe Sönnecken

+e Kita Marburg | Solarraupe, Architekten: Opus Architekten, Foto: Eibe Sönnecken

Wolfgang Balbach (scholl architekten partnerschaft scholl.balbach.walker) sieht das Erreichen der Shortlist mit dem Innovationszentrum der Hochschule Aalen als Bestätigung: „Wir sind nicht das Büro, das jährlich mehrere Bauwerke übergibt. Aber von denen, die wir realisiert haben, glauben wir, dass sie sich alle auf einem sehr hohen Niveau der Gestaltung in zwingender Verbindung mit einem ökologisch nachhaltigen Prinzip bewegen. Da wir uns nicht nur als Gestalter sehen sondern wir überzeugt sind von der Verbindbarkeit von Ästhetik und Ökologie/Nachhaltigkeit, ist unsere Bewerbung bei der DGNB nur folgerichtig.“

Innovationszentrum an der Hochschule Aalen Architekten: scholl architekten, scholl.balbach.walker Foto: HANS JÜRGEN LANDES Fotografie

Innovationszentrum an der Hochschule Aalen, Architekten: scholl architekten, scholl.balbach.walker, Foto: HANS JÜRGEN LANDES Fotografie

Ebenfalls auf der Shortlist vertreten sind:

Aktiv-Stadthaus Frankfurt | HHS Planer + Architekten AG, Kassel

Aktiv-Stadthaus Frankfurt | HHS Planer + Architekten AG, Kassel

Antivilla Architekten: brandlhuber + emde, schneider Foto: Erica Overmeer

Antivilla, Architekten: brandlhuber + emde, schneider, Foto: Erica Overmeer

 

Zwei Industriebauten auf der Shortlist

Dass Nachhaltigkeit, Innovation und Gestaltung auch bei eher industriellen Bauten in Einklang zu bringen ist, beweisen zwei Projekte. Zum einen ist dies die ETA Modellfabrik, deren Vorbildcharakter Prof. Johann Eisele von der TU Darmstadt, wie folgt beschreibt: „ETA, ein kleiner Schritt für eine nachhaltige Fabrik von heute – als Modell für nachhaltige Gebäude von morgen.“

ETA-Modellfabrik Architekten: TU Darmstadt, Dietz Joppien Architekten Foto: Eibe Sönnecken

ETA-Modellfabrik, Architekten: TU Darmstadt, Dietz Joppien Architekten, Foto: Eibe Sönnecken

Zum anderen ist dies die Wittenstein Innovationsfabrik in Igersheim-Harthausen. „Nachhaltigkeitszertifizierungen sind in der Regel verstärkt auf Verwaltungsimmobilien ausgerichtet. Unter den wenigen industriellen Gebäuden, die bislang zertifiziert wurden, nimmt die Wittenstein Innovationsfabrik eine Vorreiterrolle ein. Im gesamten Projektentwicklungsprozess, bei der Realisierung und beim Betrieb des Gebäudes wurde ein umfassender Nachhaltigkeitsgedanke umgesetzt“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Gunter Henn, HENN GmbH. „Wir freuen uns außerordentlich, dass die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen das Gebäude mit der höchsten Auszeichnung, dem Zertifikat in Platin, prämiert und nun auch für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 nominiert hat.“

WITTENSTEIN Innovationsfabrik Architekten: HENN Foto: Joachim Schmeisser

WITTENSTEIN Innovationsfabrik, Architekten: HENN, Foto: Joachim Schmeisser

So geht’s weiter: Drei Nominierte, ein Gewinner

Die Shortlist war das Ergebnis der Sitzung der DGNB Jury, die im Juli in Stuttgart stattgefunden hat. Aus dieser Vorauswahl hat die Expertenjury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises drei Nominierte bestimmt, die nächste Woche bekanntgegeben werden. Unter ihnen ist auch der Gewinner des diesjährigen DGNB Preises „Nachhaltiges Bauen“.

Am 25. November 2016 werden die drei Finalisten auf der Bühne des Deutschen Nachhaltigkeitspreises vorgestellt. Dann wissen wir, wer der Nachfolger des generalsanierten Wohnhochhauses in Pforzheim ist, das im vergangenen Jahr den DGNB Preis mitnehmen konnte. Ein Preis, auf den für den letztjährigen Gewinner übrigens noch zahlreiche weitere folgten.

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