Blau-Grüne Gebäude – Natürlich nachhaltig wirtschaftlich

Designing with Nature – Das ist der Kerngedanke des World Green Infrastructure Congress in Berlin vom 20. bis 22.06.2017. Wenn der Mensch Erholung sucht, geht er in die Natur, um sattes Grün wahrzunehmen, frische Luft zu atmen, Wasser zu sehen und zu spüren und entspannt die Energien in Fluss zu bringen. Vielleicht liegt es daran, dass er bewusst oder unbewusst erkennt, dass er Teil des Kreislaufes der Natur ist. Was wäre, wenn er gar nicht weit gehen muss, um dieses gute Gefühl zu haben? Was wäre, wenn die Natur ihn ständig begleitet – dort, wo er arbeitet, wohnt oder übernachtet? Dann sind wir bei Blau-Grünen Gebäuden – designed with nature.

Das Konzept

Blau-Grüne Gebäude werden durch die Verbindung von Wasser und Pflanzen Teil des natürlichen Kreislaufes. Das steigert das Wohl der Menschen und damit auch  den Wert des Gebäudes. Aber nicht nur das – Blau-Grüne Gebäude sind auch eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels für den urbanen Raum. Sie wirken positiv auf zunehmende Starkregenereignisse und die Überhitzung in den Städten.

Wie sehen nun Blau-Grüne Gebäude aus? Das Verbindende über alle Nutzungsprofile ist, dass der natürliche Wasserkreislauf vor der Bebauung nahezu erhalten wird. Es wird möglichst wenig Trinkwasser verbraucht und möglichst wenig Abwasser eingeleitet. Überschüssiges Wasser verdunstet oder versickert. So werden die Grundwasservorräte erhalten und das Mikroklima verbessert. Die Verdunstung erfolgt natürlich über Pflanzen auf, am, im und um das Gebäude oder technisch über eine adiabate Kühlung.

Die Ausrichtung  nachhaltigen Wassermanagements variiert nach Nutzungsprofil. Wohngebäude und Hotels haben meist eine positive Grauwasserbilanz. Alle Verbraucher können mit aufbereitetem Grauwasser versorgt werden. Regenwasser wird verdunstet oder versickert.

Das innovative Klima-Gründach der ZinCo GmbH ermöglicht inzwischen sogar, unbehandeltes Grauwasser zur Bewässerung und Verdunstung einzusetzen.

Das innovative Klima-Gründach der ZinCo GmbH ermöglicht inzwischen sogar, unbehandeltes Grauwasser zur Bewässerung und Verdunstung einzusetzen.

Bei Büro- und Verwaltungsgebäuden werden Regen- und Grauwassernutzung intelligent miteinander verknüpft, so dass auch hier der Betriebswasserbedarf (nahezu) komplett gedeckt werden kann.

Vorteile auf der ganzen Linie

Bei der Grauwassernutzung werden immer Trink- und Abwasserkosten eingespart. So werden schnell Amortisationszeiten von deutlich unter 10 Jahren oder Return on Investments von über 10 % erreicht. Auch wenn Regenwasser für Bewässerungszwecke und für adiabate Gebäudekühlung eingesetzt wird, fallen keine Abwassergebühren an. Wasser kann zusätzlich auch – an die Oberfläche geholt – erheblich zur Freiraumqualität beitragen.

Das Gebäudegrün steigert nebenbei die Aufenthalts-, Umgebungs- und Luftqualität. Es reduziert Lärm und hält Regenwasser zurück. Im Winter wirkt es als Wärmedämmung, im Sommer ist es ein Hitzeschild.

So halten Blau-Grüne Gebäude ihr Versprechen. Sie sind natürlich nachhaltig wirtschaftlich.

Die DGNB und der World Green Infrastructure Congress

In seinem Vortrag “Mehr als Grün – Das DGNB-System für nachhaltige Gebäude und Quartiere“ beschäftigt sich Prof. Alexander Rudolphi, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V., auch mit der Frage, welchen Beitrag Gründächer zum nachhaltigen Bauen im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes der DGNB leisten können.

Die LAGUS GmbH, DGNB-Mitglied seit 2016, informiert im Rahmen der Ausstellung über die DGNB und Blau-Grüne Gebäude.

Rainer Keutmann

Geschrieben von:

Rainer Keutmann ist Geschäftsführer der LAGUS GmbH in Aachen. Lagus liefert Systeme zur Regenwasserbewirtschaftung, Wasseraufbereitung und Grauwassernutzung für gewerbliche und öffentliche Gebäude. Lagus begleitet Bauherren, Projektentwickler, Planer und ausführende Unternehmen mit Beratungsleistungen von der Idee bis zur Betriebsphase eines Gebäudes. Das Unternehmen ist seit Juni 2016 Mitglied der DGNB und war einer der offiziellen Partner der World Green Building Week 2016.

 Diesen Artikel drucken

Kommentieren Sie den Beitrag.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige Felder sind mit * markiert.