Gebäude nachhaltig betreiben – mit System

Betriebsrelevant, optimierbar, beeinflussbar: Diese Attribute verbinden die 9 Kriterien des neuen DGNB Zertifizierungssystems für Gebäude im Betrieb. Das als Planungs- und Optimierungstool für ein effizientes Gebäudemanagement ausgelegte System hilft Betreibern, Bestandshaltern und Nutzern dabei, die reale Nachhaltigkeit in der Gebäudenutzung zur erhöhen. Belohnt wird, wer sich Ziele setzt und diese sukzessive verfolgt, wer Verbräuche systematisch erfasst und Maßnahmen anstößt, die zu deren Reduzierung beitragen. Umsetzbar ist das Ganze in nicht einmal drei Monaten, auch weil es passgenau für den deutschen Markt entwickelt wurde und auf Nachweispflichten verzichtet, die wenig zielführend sind.

Wie wir mit unserem Gebäudebestand umgehen, ist in vielerlei Hinsicht eine wichtige Aufgabe. Ob wir gemeinsam Klimaschutzziele erreichen, den Menschen als Gebäudenutzern ein komfortables, gesundheitsförderndes Umfeld bieten oder bares Geld sparen wollen – vieles lässt sich bewegen, wenn wir den Herausforderungen rund um die gebaute Umwelt auf nachhaltige Weise begegnen.

Schritt 1 liegt in der Planung und dem Bau unter den vielfältigen Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit. Schritt 2 muss dem aber folgen. Soll heißen: Die Potenziale, die im nachhaltigen Neubau oder sanierten Bestand hinterlegt sind, müssen in der Praxis, sprich im Gebäudebetrieb, auch ausgeschöpft werden.

Die DGNB hat hierfür mit Unterstützung zahlreicher Experten aus der Bau- und Immobilienwirtschaft ein Zertifizierungssystem für Gebäude im Betrieb entwickelt, das aufzeigt, wie dies praktisch funktionieren kann. Es ist einfach und sinnvoll anzuwenden und bietet echte Mehrwerte im Alltag für Betreiber, Bestandshalter und Nutzer.

Sämtliche Kriterien sind nach klassischen Management-Prinzipien aufgebaut. Die Idee dahinter: Es braucht zunächst eine Strategie, t eine Strategie, nach der ich handeln kann. Dann überprüfe ich, was ich erreicht habe, lerne daraus und richte mein Handeln entsprechend neu aus. Die Bandbreite der Kriterien reicht dabei von Ressourceneffizienz und Beschaffung über Werterhalt und Betriebskosten bis hin zur Nutzerzufriedenheit und soziokulturellen Angeboten. Hinzu kommen die Kriterien Strategie und Kommunikation, Gebäudemanagement, Sicherheit und Betreiberpflichten sowie Mobilitätsangebote.

Zu den Vorteilen des neuen Zertifizierungssystems zählt, dass es dabei hilft, Umweltwirkungen zu reduzieren und die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen. Es unterstützt dabei, Einsparpotenziale aufzuspüren sowie Werte und Gewinne zu steigern. Letztlich kann es ebenfalls dazu dienen, Portfolios sicher zu verwalten und über eine Mehrfachzertifizierung eigene Standards auszeichnen zu lassen.

Das DGNB Zertifizierungssystem für Gebäude im Betrieb gibt es seit Oktober 2016 in der Marktversion. Die Nachfrage ist hoch, was nicht zuletzt an dem hervorragenden Feedback liegt, das wir von den Beteiligten der Erstanwendungsphase bekommen haben, die den Aufwand und Nutzen des Systems selbst erprobt haben.

Auch mit Blick auf die Kosten für eine Zertifizierung kann das neue DGNB System übrigens punkten. Diese liegen zwischen 2.000 und 3.000 Euro, je nach Gebäudetyp und einer möglichen DGNB Mitgliedschaft. Eine vergleichbare Zertifizierung bei anderen Anbietern ist um ein Vielfaches teurer.  Für eine Rezertifizierung, die spätestens nach drei Jahren erfolgen muss, fallen Gebühren zwischen 750 und 1.600 Euro an. Hinzu kommt, dass bei der Anwendung des DGNB Systems für Gebäude im Betrieb keine aufwändigen zusätzlichen Gutachten oder Simulationen erforderlich sind. So gibt es keine Ausreden mehr, sich nicht aktiv um die Nachhaltigkeit im eigenen Gebäudebetrieb zu kümmern.

Dr. Christine Lemaitre

Geschrieben von:

Seit Anfang 2009 ist Dr. Christine Lemaitre im Team der DGNB – zunächst als Leiterin der Abteilung System. Ein Jahr später übernahm sie die Rolle als Geschäftsführender Vorstand. Seither leitet die promovierte Bauingenieurin die Geschicke der DGNB. Die dreifache Mutter setzt sich gerade auch international für Nachhaltiges Bauen ein – etwa als Präsidiumsmitglied der Sustainable Building Alliance und seit 2015 als Vorsitzende des European Regional Network im World Green Building Council.

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