DGNB, DGNB System Version 2018
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Innenraumluftqualität, oder: Warum gute Luft ein Muss für gesunde Gebäude ist

Die Gesundheit und das Wohlbefinden von allen Menschen zu sichern, egal welchen Alters, ist eines der zentralen Ziele der Vereinten Nationen. Deshalb hat die UN dem Thema ein eigenes Sustainable Development Goal (SDG) gegeben. Übersetzt auf das nachhaltige Bauen betrifft das im Verständnis der DGNB unter anderem die Qualität der Luft in Innenräumen. Deshalb widmet sie diesem Thema schon immer ein eigenes Kriterium.

Wir verbringen bis zu 90 Prozent unserer Lebenszeit in Gebäuden. Unsere Gesundheit soll dabei gut geschützt bleiben. Damit das gewährleistet ist, spielen folgende Fragen eine wesentliche Rolle:

  • Wie hoch ist die Konzentration von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in der Luft? Diese Stoffe, die aus Böden, Wänden, Decken sowie anderen Bauteilen und -stoffen ausdünsten, können zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder anderen gesundheitlichen Schädigungen führen.
  • Wie hoch ist der CO₂-Gehalt?
  • Welche Luftwechselrate sorgt dafür, dass Leistungsfähigkeit, Produktivität und damit Zufriedenheit von Nutzern – vor allem im Arbeitsumfeld – gut gewahrt sind?

Gesundheit der Nutzer ist Maß der Dinge

Wir nehmen unseren Anspruch, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, ernst. Deshalb kann kein Gebäude mit gesundheitsschädlicher Innenraumluftqualität ein DGNB Zertifikat erhalten. Es ist heutzutage schlicht nicht mehr akzeptabel, dass man trotz all des verfügbaren Wissens und der Informationen zu Bauprodukten hier nicht mit der notwendigen Sorgfalt plant und baut und damit am Ende die Gesundheit der Nutzer negativ beeinträchtigt.

Damit setzen wir ein klares Zeichen für Qualität und gehen deutlich über die Anforderungen anderer Labels hinaus. Wir möchten, dass alle am Bau Beteiligten, aber auch die Nutzer das Thema ernst nehmen und verlassen uns daher nicht nur auf theoretische Angaben, sondern verlangen die Messung des TVOC- und Formaldehyd-Gehalts der Innenraumluft nach Baufertigstellung. Damit Architekten und Planer schon in der Planungsphase die richtigen Stellschrauben kennen, definiert das DGNB System die relevanten Produkte und deren Anforderungen in Abhängigkeit des späteren Anwendungsszenarios, sodass die hochwertige Produktauswahl qualifiziert und ohne Mehrkosten problemlos möglich ist.

Technik sinnhaft einsetzen

Dass wir heute das ambitionierteste Label in Sachen Raumluftqualität sind, fußt auf dem Wissen, dass Nachhaltigkeit planbar ist. Hiermit möchten wir auch dem globalen Trend „viel hilft viel“ bewusst und konsequent entgegentreten. Es ist nach wie vor gängige Praxis, dass Unsicherheiten und Unwissen rund um Schadstoffe in Bauprodukten durch überdimensionierten Technikeinsatz versucht wird zu begegnen. Doch das führt dann auf der anderen Seite auch wieder zu einem höheren Energiebedarf als es eigentlich notwendig wäre. In der Konsequenz steigen die CO₂-Emissionen, die Energiekosten sowie der Aufwand für Wartung und Sanierung der Anlagen.

Die DGNB ist nicht per se gegen einen Technikeinsatz. Doch sie sollte intelligent und sinnhaft eingesetzt werden und Bemühungen für eine gute Innenraumluftqualität unterstützen. Dann lässt sich damit viel gewinnen.

Worauf noch achten?

Die Qualität der Innenraumluft wird von weiteren Faktoren beeinflusst, die wir schon in der Planungsphase mitdenken können. Dazu gehören beispielsweise die Fragen: Wie kann die Feinstaubbelastung durch Kopiergeräte und Laserdrucker vermieden werden? Lassen sich emissionsärmere Tintenstrahldrucker einsetzen oder die Geräte in einem gesonderten Raum mit guter Entlüftung unterbringen? Welche Lösungen verhindern, dass Zigarettenrauch von den Außenflächen in das Gebäude eindringen kann? Mit unserem Bonussystem und den „Innovationsräumen“ belohnen wir solche Ideen mit wertvollen Punkten.

Auch hier zahlt es sich aus, diese Fragestellungen frühzeitig in den Blick zu nehmen. Wirklich nachhaltig ist ein Gebäude nur dann, wenn sich die Menschen darin wohl fühlen und geschützt wissen. Deshalb geht die DGNB bei diesem Thema keine Kompromisse ein.

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