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Klimaschutzplan 2050: Eine Unterschrift als Signal

Über 50 Organisationen haben bislang den „Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft“ unterschrieben. In zehn zentralen Forderungen definieren die Unterzeichner konkrete Vorschläge an die Bundesregierung, die nationalen Klimaschutzziele zu verschärfen und diese gesetzlich festzuschreiben. Auch die DGNB hat den Klimaschutzplan unterzeichnet und setzt damit ein Zeichen für einen bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt.

Noch vor der Sommerpause will die Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan 2050 die Zielrichtung für die langfristige Klimapolitik in Deutschland festlegen. Ein notwendiger Schritt, wenn die im Paris-Abkommen völkerrechtlich bindenden Ziele erreicht werden sollen. Eines der wichtigsten Ziele dabei: Die globale Erderwärmung auf „deutlich unter 2 Grad“ zu begrenzen, wenn möglich „auf 1,5 Grad“. Verbindlich ist das Ziel am 26. April 2016 geworden, als in New York 195 Staaten, darunter auch Deutschland, das Paris-Abkommen zum Klimaschutz unterzeichnet haben.

Der Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft

Der Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft

Doch was steckt hinter dem Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft? Während das Paris-Abkommen die globalen Klimaziele definiert, greift der Klimaschutzplan auf nationaler Ebene. Wie wichtig eine Verschärfung und ein Handeln auf nationaler Eben ist, belegen die aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft. So zeichnet sich ab, dass trotz des aktuellen Aktionsprogramms „Klimaschutz 2020“ das Ziel der Treibhausgasminderung von 40 Prozent verfehlt wird.

10 Forderungen, 6 Maßnahmen, 5 Sektoren: Der Klimaschutzplan im Detail

In zehn zentralen Punkten fasst der Klimaschutzplan die übergeordneten Forderungen der Unterzeichner zusammen. So heißt es dort u.a., dass die Energiewende konsequent, sozial gerecht und naturverträglich vorangetrieben werden soll. Unterteilt in fünf Sektoren befasst sich der Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft mit den Themen:

Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft ©www.klimaschutzplan2050.de

Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft ©www.klimaschutzplan2050.de

  • Energiewirtschaft
  • Industrie und Gewerbe/ Handel/ Dienstleistungen
  • Gebäude
  • Verkehr
  • Landwirtschaft und Landnutzung

Zudem sind sechs sektorübergreifende Maßnahmen definiert worden, die im Klimaschutzplan der Bundesregierung verankert werden sollen. Diese stellen vor allem messbare Etappenziele für die Jahre 2020, 2030, 2035, 2040 und schließlich 2050 dar.

Bestandsgebäude – die Energiefresser

Bei Neubauten wird bereits zunehmend unter nachhaltigen Kriterien gebaut, die langfristig positiv auf das Konto Energie- und Ressourceneffizienz einzahlen. Die größere Herausforderung stellen Bestandsgebäude dar. Laut Klimaschutzplan 2050 liegt der gebäudebezogene Energieverbrauch von Gebäuden im Bestand bei ca. 36 Prozent. Verglichen mit den anderen Sektoren des Plans, sind Bestandsgebäude die unangefochtenen Spitzenreiter unter den Energiefressern.

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag dafür ausgesprochen, einen „nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“ umzusetzen. Um allerdings das Klimaziel von 95 Prozent Treibhausgasminderung bis 2050 zu erreichen, ist die Schaffung eines „vollständig klimaneutralen Gebäudebestands“ bis 2050 notwendig.

Doch was muss passieren, damit unsere Bestandsgebäude künftig weniger Energie verbrauchen?

Seit 2011 zertifizieren wir bei der DGNB Bestandsgebäude. Dabei betrachten wir, ob Maßnahmen zu einer Modernisierung oder Revitalisierung erforderlich sind, welche Maßnahmen ökonomisch sinnvoll sind oder aber wie das Energie- und Ressourcenmanagement optimiert werden kann. Basis bilden dabei die realen Messwerte, wie der tatsächliche Energieverbrauch oder aber die Betriebs- und Unterhaltskosten. Einen Schritt weiter geht unser neu eingeführtes Zertifikat für Gebäude im Betrieb. Dieses adressiert gezielt den Betrieb bestehender Gebäude und hilft den Eigentümern, Betreibern und Nutzern, die Performance ihres Gebäudes Schritt für Schritt unter Nachhaltigkeitsaspekten zu verbessern, etwa mit Blick auf den Energieverbrauch.

All das klingt in der Theorie relativ  einfach. In der Praxis stellen sich aber enorme Herausforderungen: So müssen z.B. geeignete Rahmenbedingungen und wirksame Anreize geschaffen werden, um die Sanierungsquote von Bestandsgebäuden im notwendigen Maße voranzutreiben. Sollten diese geschaffen und bis 2035 die Hälfte der Bestandsgebäude saniert werden, so ist, laut Klimaschutzplan, das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 erreichbar. Ein enormer Kraftaufwand ohne den wir letztlich aber nicht aus der aktuellen Sackgasse in punkto Klimaschutz kommen werden.

Die Unterschrift der DGNB unter den Klimaschutzplan ist mehr als ein Schriftzug. Sie darf als Signal verstanden werden, dass wir gemeinsam etwas bewegen müssen und wollen. Lasst uns die gebaute Umwelt zum Wohle aller nachhaltig verbessern, um gemeinsam das Ziel, die globale Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu senken, erreichen zu können.

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