Gebäude im Betrieb
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Nachhaltiger Gebäudebetrieb für zufriedene Nutzer

Die Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt

Wer seinen Gebäudebetrieb zukunftsfähig machen und auf Klimaschutz ausrichten möchte, muss eine Vielzahl von Aspekten beachten, z.B. verursachte Emissionen, Kosten, Standortrisiken – UND die Bedürfnisse der Nutzer. Bei allen ökologischen und ökonomischen Überlegungen ist es wichtig, eine ganzheitliche Perspektive zu wahren. Dem trägt das DGNB System für Gebäude im Betrieb Rechnung. So betrachtet es auch drei soziokulturelle und funktionale Kriterien, die wir in diesem letzten Teil unserer Blogserie näher vorstellen.


Wir alle verbringen einen großen Teil unseres Lebens in Gebäuden. Es ist daher selbstverständlich, dass der Mensch mit seinem Bedürfnis nach Gesundheit und Wohlbefinden ein Teil aller Überlegungen sein muss und bei den wichtigsten Entscheidungen zur Nutzung eines Gebäudes mitgenommen werden sollte.

Neun Kriterien für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb

Neun Kriterien für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb

Wohlfühlumgebungen

Von besonderer Relevanz für das Wohlbefinden der Gebäudenutzer ist der Komfort unserer Innenräume. Haben wir Temperaturen, eine Raumluftfeuchte sowie eine Luftqualität, die als angenehm wahrgenommen werden? Gelingt es, solche Bedingungen zu schaffen, steigert dies nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Menschen in den Gebäuden.

Zielwerte im Kriterium „Innenraumkomfort“ können sich hierbei auch an allgemeinen Richtwerten orientieren. Aber auch die Wahrnehmung der Nutzer selbst sollte über Befragungen und ein aktives Beschwerdemanagement mit einbezogen werden. Dass ein entsprechendes Well-Being und Klimaneutralität Hand in Hand gehen können, haben bereits erste Projekte bewiesen. Beim Eisbärhaus in Kirchheim unter Teck ist die Luftqualität laut Architekt Bankwitz sogar so gut, dass auch Allergiker beschwerdefrei sind. Eine solche Qualität sichert langfristig den Werterhalt und die Marktfähigkeit von Immobilien. Grundsätzlich geht es wie bei vielen anderen Kriterien auch hier darum, überhaupt damit zu beginnen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, Ziele zu setzen und die Optimierung Schritt für Schritt zu realisieren.

Wege zum Nutzerglück

Für einen hochwertigen und reibungslosen Gebäudebetrieb ist auch die Kommunikation und Interaktion zwischen allen Beteiligten zentral. Ein regelmäßiger Austausch sorgt einerseits dafür, dass es zu weniger Zielkonflikten bei der Optimierung des Betriebs kommt. Zudem gibt es Nutzern das Gefühl, informiert zu sein sowie mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen zu werden, was ihr Handeln im Alltag positiv beeinflussen kann. Das dazugehörige Kriterium im DGNB System für Gebäude im Betrieb ist die „Nutzerzufriedenheit“.

In diesem wird auch positiv bewertet, wenn es für grundlegende Bedürfnisse wie Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit oder die persönlichen Gesundheit im und am Gebäude passende Angebote gibt. Die Möglichkeiten, die Gebäudeeigentümer und -betreiber zur Verfügung stellen können, sind hier vielfältig: Still- und Wickelräume, Kooperationen mit Kindertagesstätten, barrierefreie Nutzung so vieler Bereiche des Gebäudes wie möglich, ergonomische Möbel oder Workshops zu Ernährungs- und Sportthemen. Solche Angebote sorgen langfristig für zufriedene Gebäudenutzer. Hierbei geht es nicht darum, möglichst viele Maßnahmen zu realisieren. Im Kriterium wird grundsätzlich belohnt, wer ausgewählte, im jeweiligen Gebäudekontext sinnvolle Maßnahmen plant und realisiert.

Flexibel und nachhaltig von A nach B

Unter soziokulturellen und funktionalen Gesichtspunkten sind schließlich noch die Mobilitätsangebote im Kontext der Zertifizierung relevant. Ihre Qualität ist für Nutzer ein entscheidender Standortfaktor. Sind verschiedene Alternativen vorhanden, kann jeder individuell – je nach den eigenen Bedürfnissen und der Wegstrecke – entscheiden, welches Verkehrsmittel er wählen möchte. Stehen klimafreundliche Alternativen zur Verfügung trägt Mobilität zudem nicht nur zur Nutzerzufriedenheit bei, sondern auch zur einer Steigerung der Umweltqualität und einer Senkung der negativen Auswirkungen durch den motorisierten Individualverkehr bei.

Auch Sharing-Möglichkeiten für Fahrräder sind eine Option Mobilität flexibler zu gestalten.

Auch Sharing-Möglichkeiten für Fahrräder sind eine Option, Mobilität flexibler zu gestalten.

Die Optionen, die sich hier bieten, sind vielfältig. Naheliegend sind aufgrund ihrer Aktualität Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Aber auch die Bereitstellung von gut zugänglichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Rollatoren, Elektrorollern werden im DGNB System für Gebäude im Betrieb belohnt. Auch Förderprogramme für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und die Unterstützung von Sharing-Angeboten sind sinnvolle Möglichkeiten, Gutes für Nutzer und Klima zu tun. Wie bei allen Zertifizierungskriterien gilt auch hier: Optimierung beginnt mit dem ersten Schritt.

Zukunftsfähig mit System

Das DGNB System für Gebäude im Betrieb integriert alle die genannten Aspekte. Es hilft zielorientiert ins Handeln zu kommen und bietet als Transformations- und Managementtool systematische Unterstützung bei ihren kontinuierlichen Optimierungsprozessen. Alle Informationen zum System finden Sie hier.

Hier geht’s zum ersten Beitrag der Serie zu den ökologischen Kriterien und hier finden Sie den Artikel mit Fokus auf die ökonomischen Aspekte.

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