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Zertifizierung sichtbar machen

Plane, baue und betreibe nachhaltig – und sprich darüber!

Wer nachhaltig plant, baut und betreibt, trägt einen wichtigen Teil zu einer zukunftsfähigen gebauten Umwelt bei. Viele Bauherren, Entwicklerinnen und Entwickler sowie Betreiberinnen und Betreiber kommunizieren dieses Engagement aktiv. Und das ist gut so. Denn wer zeigt, was nachhaltig möglich ist, leistet einen Beitrag für die Entwicklung der gesamten Branche. Lassen Sie uns erklären, warum – und wie Sie Ihre DGNB Zertifizierung sichtbar machen können. Weiterlesen

DGNB Felix Jansen

Der Unterschied zwischen Floskeln und ehrlichem Engagement

Achtung: Das hier ist kein normaler, formal korrekter Blogbeitrag, der zum Abschluss noch suchmaschinenoptimiert wurde, um mehr Reichweite zu erzielen. Der Text ist vielmehr Ergebnis eines Ärgerns. Ein „Das musste einfach mal raus“-Post. Entstanden mitten in der Nacht. Schlecht geträumt, wach geworden, blöderweise aufs Handy geschaut und als LinkedIn-Pushnachricht einen Kommentar gelesen, der mich nicht losgelassen hat. Nur um dann den eigenen Blog zu kapern. Weiterlesen

Jahrestreffen Phase Nachhaltigkeit

Phase Nachhaltigkeit: Neues aus der Initiative

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause konnte das Jahrestreffen der Initiative „Phase Nachhaltigkeit“ am 25. Mai 2022 endlich wieder stattfinden. Sowohl am Bildschirm als auch vor Ort, im Haus der Architektinnen und Architekten in Stuttgart kamen die Unterzeichner der Initiative – Architekten, Fachplaner und ganz neu Tragwerksplaner – zusammen. Im Fokus stand ein bunter Strauß an Neuigkeiten mit deren Hilfe das nachhaltige Bauen in der eigenen Planungspraxis fest verankert werden soll.

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Report DGNB Zertifizierungen 2021

2021 erneut Rekordjahr für die DGNB Zertifizierung

Heute veröffentlichte die DGNB ihren Report zur DGNB Zertifizierung und lässt damit das vergangene Geschäftsjahr Revue passieren. Der Marktreport präsentiert die zentralen Kennzahlen aus 2021 und eine Auswahl von Projekten, die die DGNB Zertifizierung im letzten Jahr erfolgreich abschließen konnten. Zudem behandelt er Themen, die die Bau- und Immobilienbranche besonders beschäftigten. Ein Einblick.

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Rudolphi Samsoe Sattler

15 Jahre DGNB: Vom Aufbruch zum neuen Normal

Vor 15 Jahren wurde die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gegründet. Aus einer kleinen Zahl an Weltveränderern wurde bis heute Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Einer der Wegbereiter und langjähriger Präsident des Vereins ist Prof. Alexander Rudolphi. Seit 2020 steht Architekt Prof. Amandus Samsøe Sattler dem Präsidium vor. Anlässlich des Jubiläums haben wir mit beiden gesprochen. Weiterlesen

Perspektivwechsel Anja Rosen Dominik Campanella Sustainability Challenge

Perspektivwechsel: Vom Gewinner zum Jurymitglied

2021 waren die diesjährigen Jurymitglieder Dominik Campanella (2. v. l.) und Prof. Dr. Anja Rosen (2. v. r.) selbst Teilnehmende der DGNB Sustainability Challenge. Neben ihren Eindrücken zu den diesjährigen Einreichungen wollten wir von den beiden auch erfahren, was sich in den vergangenen Monaten bei ihren eigenen Projekten getan hat und welche Tipps sie für die Finalisten haben.

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#BuildingLife: der Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand in Europa

#BuildingLife: der Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand in Europa

Das World Green Building Council stellt heute im Rahmen des Projekts #BuildingLife einen Vorschlag eines neuen politischen Plans für die Europäische Union vor. Er soll die Fortschritte bei der Dekarbonisierung des Gebäude- und Bausektors beschleunigen. Am Projekt beteiligt ist auch die DGNB. Der Verein entwickelt aktuell einen Wegweiser und Klimaschutz-Maßnahmenprogramme für verschiedene Akteursgruppen der Branche, die auf nationaler Ebene Anwendung finden sollen.

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LIFE Level(s)

LIFE Level(s) – Nachhaltigkeit EU-weit nachvollziehbar machen

Nachhaltigkeit voranzutreiben – auch im Bauwesen – ist selbsterklärtes Ziel der Europäischen Union. 2019 startete deshalb mit LIFE Level(s) ein Projekt, um Sensibilität für das Thema sowohl bei einer interessierten Öffentlichkeit, als auch in den am Bau von Gebäuden beteiligten Akteursgruppen zu schaffen. Aus den Erkenntnissen des bis Ende 2022 angesetzten Projekts sind bereits einige Tools und Publikationen für die Praxis hervorgegangen. Grund genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

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Evangelische Bank Kassel

Nachhaltig verbunden: Evangelische Bank in Kassel

Bauen im Bestand ist für Architekten eine ebenso reiz- wie anspruchsvolle Aufgabe. Neben den technischen Unwägbarkeiten gilt es, das Vorgefundene in Einklang mit dem eigenen Entwurfsansatz zu bringen. In Kassel hat das Büro Reichel Architekten PartGmbB die Bestandsgebäude der Evangelischen Bank nicht nur gestalterisch, sondern auch energetisch in die heutige Zeit transportiert.

Gerade beim Thema Nachhaltigkeit spielt der Gebäudebestand eine wichtige Rolle. Ganz abgesehen von der Identitätsbildung eines Ortes, zu der historische Bauten der Gründerzeit ebenso beitragen wie die Bauten der Nachkriegsmoderne, birgt der Bestandserhalt ein enormes Einsparpotential an nicht sichtbaren, sogenannten grauen Energien. Es gilt also, das Vorhandene verantwortungsvoll zu sanieren und bei Bedarf einer neuen Nutzung zuzuführen. Wie das gelingen kann, zeigt die Neuordnung der Evangelischen Bank am Rande der Kasseler Innenstadt. Hier haben Architekt Prof. Alexander Reichel und sein Team zwei in die Jahre gekommene Immobilien zu einer Einheit zusammengefasst und in den innerstädtischen Kontext eingebunden.

  • Evangelische Bank Kassel
    Der energetisch sanierte Hauptsitz der Evangelischen Bank in Kassel ...

Bauherr, Architekt und Fachplaner auf einer Wellenlänge

2016 waren Reichel Architekten als Gewinner aus dem Wettbewerb hervorgegangen. Nun galt es, die beiden Bürogebäude umfassend zu sanieren: Das, im Zuge des Wiederaufbaus 1949 errichtete und in den 1970er Jahren aufgestockte, unter Denkmalschutz stehende Haus am Ständeplatz und den 1981 fertig gestellten Erweiterungsbau nebenan. Die ohne Bezug zueinanderstehenden Bauten bildeten auch im Stadtraum keine nennenswerte Qualität. Entstehen sollte ein in sich verbundener, prägnanter Gebäudekomplex der Mitarbeiter, Kunden und Besucher gleichermaßen empfängt, Tradition mit Innovation verbindet und die Identität der Bank widerspiegelt. Der nachhaltige Umgang mit dem Bestand war von Anfang an gesetzt. Zertifiziert nach dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS hat sich die Evangelische Bank dem Thema in allen Bereichen der Unternehmensführung verschrieben.

„In unserem Büro beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren mit dem Bestand und konnten dabei Projekte aller Größenkategorien realisieren. Die Unvorhersehbarkeiten dieser besonderen Bauaufgabe erfordern von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität. Diese Herausforderung nehme ich immer wieder gerne an“, so Alexander Reichel zu seiner Intention. Zum Thema nachhaltiges Bauen und Entwerfen lehrt er als Professor seit 2010 an der Hochschule Darmstadt.

Eine weitere Qualitätssicherung in puncto Nachhaltigkeit stellte das bereits im Wettbewerb involvierte Beratungs- und Architekturbüro ina Planungsgesellschaft aus Darmstadt dar. Im Projektverlauf entschied der Bauherr, das Projekt DGNB-zertifizieren zu lassen. Joost Hartwig, Geschäftsführer der ina Planungsgesellschaft und seine Kollegin Isabell Passig begleiteten den Zertifizierungsprozess als DGNB Auditoren. DGNB Gold steht nun auf der Urkunde.

Seine Haltung zum Thema Bauen im Bestand fasst Hartwig wie folgt zusammen: „Die Weiternutzung der vorhandenen Bausubstanz in zeitgemäßer Gestaltung ist im besten Sinne nachhaltig. Allein die Wiederverwendung der Rohbaukonstruktion birgt eine enorme Einsparung an CO2-Emissionen gegenüber einem gleichgroßen Neubau. Diese konnte bei der Bank in der Ökobilanz für die DGNB Zertifizierung positiv berücksichtigt werden.“

  • Evangelische Bank Kassel
    Neuordnung Evangelische Bank Kassel

Neuordnung und Erweiterung des Vorgefundenen

Das sechsgeschossige Haupthaus am Ständeplatz wurde denkmalgerecht saniert. Der Erweiterungsbau hingegen nach eingehender Bestandsaufnahme bis auf das Betonskelett, drei Untergeschosse einschließlich der bestehenden natürlichen Lüftung und die Treppenhauskerne rückgebaut. Als Zeitzeugen blieben die Treppenhäuser samt ihrer Materialität im Original erhalten. Die errechnete Einsparung an grauen Energien beträgt 2.000 Tonnen CO2 im Vergleich zum kompletten Neubau. Eine große Zahl, wenn man bedenkt, dass 75.000 Birken im Jahr 1.000 Tonnen CO2 binden können.

  • Evangelische Bank Kassel
    Lageplan Neuordnung Evangelische Bank Kassel

Zur Erweiterung der Flächen und der gleichzeitigen Ausbildung des Stadtraums, wurde ein ausgemauertes Stahlbetonskelett als neue Hülle mit rund fünf Metern Versatz um die Bestandsstruktur herum gelegt. Die helle Kalksteinfassade stellt eine optische Verbindung zum Haupthaus her und fasst die Neuordnung als Ensemble zusammen. Im Inneren ist viel Raum für eine flexible Bespielung der Grundrisse entstanden, die neben einer agilen Arbeitsweise bei Bedarf Nutzungsänderungen zulässt. Dank eines hochwärmedämmenden Mauerwerks konnten die Büroflächen mit geringem Technikaufwand konditioniert werden. Solide Materialien wie Beton, Naturstein und Holz vermitteln Natürlichkeit und runden das Konzept ab. In der Erdgeschosszone binden Gastronomie und Einzelhandel den Komplex in den öffentlichen Raum ein.

Evangelische Kirche Kassel

Die Glasfuge verbindet heute die Bestandsbauten und ist zentraler Treffpunkt für die rund 350 Mitarbeiter der Bank. © Constantin Meyer

Die neue, gläserne Eingangshalle verbindet als Herzstück der Neuordnung beide Gebäude miteinander und vollendet die städtebauliche Figur. Neben Ankunft und Orientierung bietet die dreigeschossige Halle auch einen Ort für Veranstaltungen. Der als Holzkonstruktion eingestellte „Raum der Stille“ mit seiner transluzenten Hülle bildet einen Bezug zu den Wurzeln der Bank.

Evangelische Bank Kassel

Der „Raum der Stille“ in der Eingangshalle. © Constantin Meyer

Intelligente Lösungen und Durchhaltevermögen

Evangelische Bank Kassel

© Constantin Meyer

Eine der Herausforderungen beim Bauen im Bestand besteht darin, Lösungen im Einklang mit aktuellen Normen zu finden. Schließlich muss die neue Planung dem Vorgefundenen folgen. Im Falle der Bank stellten notwendige Technikleitungen ein Problem dar. Das gängige Modell, diese unter einer abgehängten Decke zu führen, hätte die lichte Deckenhöhe auf weniger als 2,20 Meter reduziert, was nicht zulässig ist. Spätestens jetzt würden viele für den Abriss plädieren. Nicht so in Kassel. Hier entschied man sich, einen Großteil der notwendigen technischen Infrastruktur in die Wände zu integrieren. So konnte die lichte Deckenhöhe von rund 2,75 Meter erhalten bleiben. Gleichzeitig ist die Wandinstallation rückbaubar, wodurch abermals eine flexible Nutzung der Räume gewährt ist. Und noch ein Problem lösten die Architekten: Im Gegensatz zum Neubau weicht das Rastermaß beim Bestand meist stark voneinander ab. Die Wandverkleidung entlang der Außenfassade kaschiert das und erzeugt ein gleichmäßiges Bild im Innenraum.

Die frei gewordenen Betondecken werden als passive Speichermasse genutzt. Eine, auch für die Zertifizierung notwendige, dynamisch technische Simulation half bei der Entwicklung der Lüftungstechnik. Raumluft und Temperierung der Flächen werden über Einzellüfter in der Außenfassade gesteuert. In der Umkehrung tragen die Geräte kombiniert mit der Speichermasse zur Nachtauskühlung des Gebäudes bei.

In Zusammenarbeit mit einem Leuchtenhersteller wurden Sonderleuchten entwickelt. Licht- und Schallschutzbaffeln strukturieren den offenen Grundriss, sorgen für ausreichend Licht und eine angenehme Raumakustik. Aus der Herausforderung heraus ist ein neues, innovatives Produkt entstanden.

  • Evangelische Bank Kassel
    Die Licht- und Schallschutzbaffeln an der Decke wurden als Sonderlösung entwickelt. © Constantin Meyer
Dr. Christine Lemaitre

Uns geht die Zeit aus – warum die BEG-Neubauförderung richtig ist

Seit Tagen muss man auf allen Kanälen diverse Aufschreie, Ermahnungen und Sorgen rund um die Anpassung der BEG-Förderung von Neubauten ertragen. Die Kritik zur Neuregelung, dass Fördergelder nur noch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zu bekommen sind, ist ebenso vielfältig wie die Themen des nachhaltigen Bauens. Die Haltung, mit der dies erfolgt, möchten wir nicht mehr unkommentiert stehen lassen.

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Sustainable Development Goals, United Nations, Credit: UN Photo/Manuel Elías

„Ziele für nachhaltige Entwicklung: „Kein Add-On für Business as usual“ (Teil 2)

Eine bessere Welt im Jahr 2030 soll mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen erreicht werden. Damit diese gesehen und gehört werden, setzt sich Marc Buckley als SDG-Botschafter ein. Im zweiten Teil des Interviews sprechen wir über den Status Quo, Green Washing, die Rolle des Bausektors und wie es nach 2030 weitergeht.

Pia Hettinger: Die Fortschritte der SDGs werden jährlich ausgewertet. Wo stehen wir denn heute ?

Vor 2020 waren viele Gelder da, wir waren auf einem guten Pfad. Dann kam die Pandemie. Die Länder haben die Nachhaltigkeitsziele vernachlässigt und den Fokus auf die Pandemie gelegt – das hat uns zurückversetzt. Wir müssen verstehen, dass mehr Pandemien kommen werden. Wenn wir jedes Mal so reagieren, werden wir nie in der Zukunft ankommen. Im Länderbereich haben wir also einen Rückschritt erlebt, aber private Personen und Unternehmen machen große Fortschritte.

Jedes Jahr im September kommt ein Indexreport raus, der konkrete Zahlen zeigt. Deutschland war 2021 in 0 von 17 Zielen im grünen Bereich. 165 von 197 Länder haben einen Bericht eingereicht. Dabei kommt es aber nicht darauf an, welches Land vor welchem rankt. Wir müssen verstehen, dass alle Länder die Ziele erreichen müssen. Wir leben alle auf demselben Planeten.

PH: Wenn wir speziell auf das Thema Klimaschutz schauen – was ist dein Fazit zur Weltklimakonferenz in Glasgow in 2021?

Die Verpflichtungen der Länder zu Emissionssenkungen bis 2030 waren nicht tiefgreifend genug. Aber sie haben einem Prozess zugestimmt, der das 1,5-Grad-Ziel weiterhin am Leben halten soll. 151 Länder haben neue Klimapläne vorgelegt, um ihre Emissionen bis 2030 zu senken. Um das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten, müssen wir die weltweiten Emissionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts um die Hälfte reduzieren. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen jedoch werden diese Pläne die Welt bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung von 2,5° C, möglicherweise sogar 2,7° C bringen. Das ist zwar besser als die 4° C, auf die sich die Welt vor dem Pariser Abkommen zubewegt hat, aber immer noch extrem gefährlich. Ich war auch an Veranstaltungen des Privatsektors dabei. Fast 500 globale Unternehmen der Finanzbranche haben sich dazu bereit erklärt, fast 40 Prozent des weltweiten Finanzvermögens mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang zu bringen.

Marc Buckley spricht auf der Weltklimakonferenz zum Thema Resilienz

Marc Buckley spricht auf der Weltklimakonferenz zum Thema Resilienz

PH: Du berätst auch Firmen zu ihren Nachhaltigkeitsstrategien. Siehst du für die SDGs eine große Gefahr im Green Washing?

Ich erlebe oft, dass Firmen am Ende des Jahres ihren Bericht vorlegen und sich überlegen, was haben wir in diesem Jahr erreicht, das zu den SDGs passt. So bringt das gar nichts! Vielmehr muss man die SDGs in die Unternehmensstrategie und konkrete Maßnahmen überführen – und kann dann am Ende des Jahres über die positiven, nachgewiesenen Resultate berichten und auf die SDGs hinarbeiten.

„Die SDGs müssen in die Unternehmensstrategie und konkrete Maßnahmen überführt werden.“

PH: Welche Rolle nimmt der Bausektor zur Erreichung der Ziele ein?

Nachhaltige Entwicklung heißt auch, die Infrastruktur dafür zu schaffen. Unsere Häuser sind momentan nicht vorbereitet auf die Klimakrise. Deutschland wird stark betroffen sein von den Auswirkungen des Klimawandels. Wir brauchen resiliente Strukturen mit erneuerbaren Energien, Wasserversorgung, Ernährung, die die Basisbedürfnisse abdecken können, egal was morgen kommt. Jede und jeder Einzelne kann sich fragen, wo wohne ich und wie sieht die Zukunft aus? Wie kann ich mich vorbereiten.

Bauen und SDGs Grafik

Die DGNB zeigt in ihrem Report „Bauen für eine bessere Welt“ auf, wie der Gebäudesektor einen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten kann. Der Report kann hier kostenfrei bestellt werden: www.dgnb.de/publikationen

PH: Ist Resilienz der neue, große Begriff? Was kommt denn nach 2030?

2019 starteten wir bereits mit der Arbeit an einer Roadmap für den Zeitraum von 2030 bis 2050. Sie steht unter dem Motto „Grenzen der Resilienz“ (Resilience Frontiers). Wir haben bereits mit 8 Wegen begonnen, um unsere Infrastrukturen widerstandsfähiger zu machen und sicherzustellen, dass wir solide Ziele haben, um die Menschheit sicher ins Jahr 2050 zu bringen.

„Mein Motto lautet im Dienst am Leben regenerativ zu handeln.“

PH: Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Was ist deine Weltanschauung?

Ich glaube an die Wissenschaft und an Harmonie. Wir sind alle Brüder und Schwestern. Mein Motto ist SEVA. Das ist ein Begriff aus dem alten Sanskrit und bedeutet im Dienst am Leben regenerativ zu handeln. Drei Fragen sind für das Handeln zu beantworten: Wie dient es dem Individuum? Wie dient es der Community? Wie dient es dem Leben? SEVA besagt mehr zu geben, als du nimmst. Nur so kann eine nachhaltige Entwicklung gelingen.

Vielen Dank für das offene Gespräch.

 


Portrait Marc Buckley. Credit: Karsten Rakete

Portrait Marc Buckley. Credit: Karsten Rakete

Marc Buckley hat globale Umwelt- und Nachhaltigkeitsstudien, Betriebswirtschaft, Informatik, Recht, Wirtschaft und Agronomie studiert. Er berät die Vereinten Nationen und ist einer der ersten Klimaaktivisten, die von Al Gore ausgebildet wurden. Er ist Teil des Expertennetzwerks des Weltwirtschaftsforums für die Themen Innovation, Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährung. Und er berät Unternehmen hinsichtlich der Implementierung von Nachhaltigkeit in ihre Prozesse und hält Reden weltweit. Zudem hat er selbst ein Lebensmittelunternehmen gegründet. Vor allem aber ist er SDG-Botschafter, und das hat uns besonders interessiert. Geboren ist er in den USA, aufgewachsen zum Teil auch in Deutschland. Heute lebt er in Hamburg und ist in Projekte weltweit involviert.

Titelbild Credits: UN Photo/Manuel Elías, www.un.org

Marc Buckley (C) Karsten Eichhorn

Ziele für nachhaltige Entwicklung: „Ihre Implementierung führt zum Guten“ (Teil 1)

Die Armut beenden, das Klima schützen, Gleichberechtigung, leaving no one behind. Der Inhalt der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen klingt genau richtig, aber wie kommt man da hin? Darüber haben sich schon viele den Kopf zerbrochen, so auch Marc Buckley. Er wurde von den UN zum Fürsprecher der SDGs ernannt. Über seine Rolle und wie die SDGs wirklich zu lesen sind spricht er in diesem ersten Teil unseres Interviews.

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Nachhaltiges Bauen für die Ohren: 8 Radio- und Podcast-Highlights

Nachhaltiges Bauen ist schon lange kein Nischenthema mehr und findet zunehmend seinen Weg in die breite Öffentlichkeit – schließlich ist jeder von Gebäuden umgeben und Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend sichtbar. Parallel häufen sich die Radio- und Podcastbeiträge. Doch wo fängt man an? WDR, MDR, BR und mehr – wir haben acht Highlights zum Nachhören herausgegriffen.

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Europa

Nachhaltiges Bauen in Europa – ein Vergleich

Nachhaltiges Bauen erlebt in Deutschland einen echten Boom. Doch wie sieht es bei unseren Nachbarn aus? Wie entwickelt sich das nachhaltige Bauen in anderen Ländern Europas und wo stehen wir im Vergleich? Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB, nahm den DGNB Jahreskongress 2022 zum Anlass, sich mit Green Building Council Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland auszutauschen.

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Stadt verschwommen

Versprechen zur Klimaneutralität reichen nicht aus

Bis 2050 sollen alle Menschen in Europa so leben, arbeiten und Werte schöpfen, dass die Konzentration an Treibhausgasen in der Luft nicht weiter zunimmt. Die vielerorts zu hörenden Versprechen könnten zuversichtlich stimmen. Alle werden schon bald klimaneutral sein. Doch hinter den anmutigen Zusagen steckt oft wenig Konkretes. Ein Beitrag über die Commitment-Kultur und was wirklich zählt.

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ESG - nur alter Wein in neuen Schläuchen?

ESG – nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Ein kurzes Akronym hat die Immobilienwirtschaft seit dem vergangenen Jahr ordentlich aufgewühlt. Im Kontext von Sustainable Finance und der EU-Taxonomie wird ESG, kurz für Environmental Social Governance (zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), seither viel diskutiert. Mit ihr soll evaluiert werden, wie gewissenhaft Unternehmen mit ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung umgehen. Beim DGNB Jahreskongress diskutierten Expertinnen und Experten zum Thema. Was ist aktuell noch heiße Luft? Und mit welchen Faktoren sollte man sich jetzt schon auseinandersetzen? Weiterlesen

Materialwahl

Die Suche nach dem passenden Material – ein Dialog mit Herstellern

Materialien spielen bei jedem Gebäude gestalterisch wie funktional eine tragende Rolle. Ihnen gilt bei jedem Projekt ein besonderes Augenmerk. Im Zuge des nachhaltigen Bauens müssen darüber hinaus ganz unterschiedliche Nachhaltigkeitsaspekte beachtet werden. Das erschwert den Entscheidungsprozess zusehends. Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand DGNB, hat im Rahmen des DGNB Jahreskongress 2022 zusammen mit Planern und Herstellern nach Lösungen gesucht.

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Klimaresilienz – ein unterschätzter Bauaspekt

Am 28. Februar wurde der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC veröffentlicht. Er beschreibt den Klimawandel, seine Folgen und fordert dringendes Handeln. Neben der Bedeutung von Klimaschutz stellt er auch die Notwendigkeit heraus, Klimaresilienz bei Maßnahmen zu berücksichtigen. Mit einem eigenen Kapitel zu Städten, Siedlungen und Infrastruktur wird auch der Bausektor in die Verantwortung genommen. Aber welche Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz von Gebäuden und Flächen sind eigentlich vielversprechend?

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Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Wie geht's weiter?

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Wie geht‘s weiter?

Nach dem vorläufigen Förderstopp der BEG Ende Januar 2022 wurde zumindest die Förderung für die Sanierung zum Effizienzgebäude seit dem 21. Februar wieder aufgenommen. Weitere Fördermittel sollen von der Bundesregierung für das Jahr 2022 zur Verfügung gestellt werden. Was lief bisher gut? Was könnten BEG und zukünftige Nachhaltigkeitsförderungen besser machen? Und wie geht es jetzt weiter? Im Rahmen des DGNB Jahreskongress diskutierten ausgewählte Experten zum Thema.

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