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„Nachhaltiges Bauen muss ein Breitensport werden“

Replizierbare Lösungen für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen weltweit: Projekte mit solchen Ansätzen werden durch die internationalen Green Solutions Awards prämiert. Am 10. November fand die diesjährige Preisverleihung im Rahmen der im schottischen Glasgow stattfindenden 26. Weltklimakonferenz statt. Teil der Wettbewerbsjury war Thomas Kraubitz, Director und Leiter für Nachhaltigkeit in Europa bei Buro Happold sowie DGNB Präsidiumsmitglied. Wir haben mit ihm über Entwicklungen der Branche weltweit sowie aktuelle Trends beim nachhaltigen Bauen gesprochen. Weiterlesen

Axel-Springer-Neubau

DGNB Diamant: Der Axel-Springer-Neubau in Berlin

Die Corona-Pandemie wirbelt seit 2019 altbekannte Bürostrukturen durcheinander und fordert flexible Formen des Arbeitens. Bei Axel Springer hat ein solches Umdenken bereits vor der Pandemie begonnen: 2013 wurde ein Architekturwettbewerb für ein neues Gebäude mit maximal flexiblen Strukturen ausgelobt. Seit 2020 kann der Axel-Springer-Neubau von mehr als 3.000 Mitarbeitern genutzt werden. Die DGNB Zertifizierung in Gold bescheinigt den hohen Anspruch an einen nachhaltigen Neubau, die DGNB Auszeichnung Diamant unterstreicht die architektonische Qualität.

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SAND?! Ein viel diskutierter Rohstoff.

Vielfach wird die weltweite Knappheit unseres zweitwichtigsten Rohstoffs Sand und die mit dem Abbau einhergehende kriminelle Energie skizziert. Eine Situation, die wir weder in Frage stellen, noch schön reden wollen. Aber inwiefern trifft diese Darstellung auch auf ‚unseren‘ Sandabbau zu? Leiden wir in der Mitte Europas an einem Sandmangel? Ein Lagebericht.

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Seminare der DGNB Akademie

Gewusst wie: Mit dem richtigen Wissen zur nachhaltigen Transformation

Das Thema Nachhaltigkeit nimmt in der Bau- und Immobilienbranche immer mehr an Bedeutung zu. Personen und Unternehmen, die sich spezialisieren, bietet sich ein Wachstumsmarkt, den sie für sich nutzen können. Dabei ist das Wissen über den Markt und die aktuellen Themen für alle Akteure entscheidend. Warum lohnt es sich, Know-how intern aufzubauen? Welche Themen bewegen die Branche im Kontext der Nachhaltigkeit gerade? Und was können wir zukünftig erwarten? Im Interview gibt Jürgen Utz, Abteilungsleiter der DGNB Akademie, eine Einschätzung.

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Nachhaltigkeit macht Schule – das DGNB Spiel

Nachhaltigkeit macht Schule – das DGNB Spiel

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stuttgart hat die DGNB im Rahmen des Bildungsprojekts „Umweltprofis von morgen“ ein Kartenspiel für einen nachhaltigeren Schulalltag entwickelt. Was dabei entstanden ist, wie das Spiel funktioniert und was die Schülerinnen und Schüler zur Arbeit mit der DGNB sagen, haben wir hier zusammengefasst.

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Die Podiumsgäste der DGNB Auftaktveranstaltung zur World Green Building Week 2021

Utopien und Impulse für eine nachhaltige Transformation

Wie funktioniert die nachhaltige Transformation im Bauen? Eine einfache Frage deren Antwort jedoch alles andere als trivial ist. Nachhaltigkeit und Klimaschutz nehmen täglich an Relevanz zu. Doch wie gelingt es, dass dem breiten Zuspruch auch sinnvolle Aktivitäten folgen? Wie genau sieht unsere Zielvision eigentlich aus? Welche Akteure nehmen Schlüsselrollen ein? Diese und weitere Fragen standen im Fokus der diesjährigen DGNB Auftaktveranstaltung zur World Green Building Week. Ein Rückblick in Zitaten. Weiterlesen

Foto: Bürgerrat Klima, Janine Escher

Das Klima-Bürgergutachten und die Frage nach der Wirkung

In diesem Frühjahr haben 160 zufällig ausgeloste Menschen aus ganz Deutschland ein Bürgergutachten erarbeitet. Darin geben sie Empfehlungen für die deutsche Klimapolitik. Die Ergebnisse könnten einer künftigen Bundesregierung einen enormen Rückhalt für eine außerordentliche ambitionierte Vorgehensweise in Sachen Klimaschutz geben. Wenn denn das Prinzip der Bürgerräte auch ernst genommen würde.

Hört man den SpitzenkandidatInnen in ihren Wahlkampfauftritten für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag zu, so dürfte es eigentlich kein Fragezeichen bei der Wichtigkeit des Themas Klimaschutz geben. Dass vieles Parole ist und dem Detailcheck nicht standhält, wurde jetzt von verschiedensten Seiten wie dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung aufgelöst. Das 1,5-Grad-Ziel ist jedenfalls nur unzureichend der Maßstab für die unterschiedlichen Parteiprogramme.

Dass dies nicht im Sinne der BürgerInnen in Deutschland ist, verdeutlicht das Bürgergutachten, das von den TeilnehmerInnen des Bürgerrats Klima erarbeitet wurde. Mit 141 zu 11 Stimmen votierten diese dafür, dass das 1,5-Grad-Ziel oberste Priorität haben sollte. Beeindruckende 76 der 77 Empfehlungen wurden von den BürgerrätInnen angenommen. Bei 64 Prozent der Empfehlungen betrug die Zustimmung mehr als 90 Prozent. Wie viel mehr Zustimmung braucht eine künftige Bundesregierung von einer vielfältigen, stellvertretend zusammengesetzten Gruppe von Menschen mitten aus der Gesellschaft denn noch?

Positive Ergebnisse – gebremste Euphorie

Trotzdem wird eine teilnehmende Person in dem Bürgergutachten wie folgt zitiert: „Habe große Sorge, dass unsere Bemühungen in der Luft verpuffen … und dass nur ein Tropfen in der Regierung angekommen ist von dem, was wir erarbeitet haben.“ Ist diese Skepsis begründet? Vielleicht ja. Nur woran mag das liegen?

DGNB Vorstand Dr. Christine Lemaitre mit dem Gutachten des Bürgerrats Klima

DGNB Vorstand Dr. Christine Lemaitre mit dem Gutachten des Bürgerrats Klima

Wir als DGNB sind Teil des Unterstützerkreises des Bürgerrats Klima. Weil wir es wichtig finden, dass solche Formate ausprobiert werden. Dass der erschreckenden Form der Einflussnahme von Lobbyisten in Deutschland ein Gegengewicht entgegengestellt wird. Weil wir hoffen, dass es mutige PolitikerInnen gibt, die sich tatsächlich als VolksvertreterInnen verstehen und die Einschätzungen von WissenschaftlerInnen, FachexpertInnen und BürgerInnen gleichermaßen ernst nehmen.

Das soll nicht heißen, dass wir per se alles gut finden und Bürgerräte als Allheilmittel verstehen. Und so sind uns beim Lesen des Bürgergutachtens eine Reihe von Dingen aufgefallen, die zeigen, wo das Prinzip in der jetzt durchgeführten Form noch Grenzen hat, auf die bei künftigen Bürgerräten geachtet werden sollte.

  1. Die überwältigende Mehrheit der Befürwörter ist zwar einerseits beeindruckend, birgt jedoch auch ein „Aber“ in sich. Es lässt einen – ob man will oder nicht – ein Stück weit skeptisch zurück, wenn man sich nicht intensiver mit dem Prozess hinter den Bürgerräten beschäftigt. Kann es eine so eindeutige Mehrheit geben? Wurden die BürgerrätInnen nicht 12 Wochen lang „Pro Klimaschutz“ gepolt? Gab es auch ExpertInnen mit kritischen Gegenhaltungen, um eine unvoreingenommene Meinungsbildung zu ermöglichen? Transparenz und Ausgewogenheit sind hier zentral.
  2. Die Ergebnisse werden dann dünner, wenn die BürgerInnen eine direkte persönliche Einschränkung zu erwarten haben. Die City-Maut wurde als einzige Empfehlung mehrheitlich abgelehnt. Das Tempolimit auf Autobahnen erhielt die zweitwenigsten Befürworter. Die Mutmaßung: Je abstrakter Klimaschutzmaßnahmen bleiben bzw. je weniger sie mich in meinem tagtäglichen Leben betreffen, desto leichter fällt die Unterstützung. Schwächt das die übrigen Empfehlungen ab? Irgendwie schon, weil nicht klar ist, ob sich die Stimmung dreht, sobald wir die Einschränkungen im Persönlichen spüren.
  3. Manche Empfehlungen enthalten viele Einzelaspekte, über die dann aber nur übergeordnet mit Ja oder Nein abgestimmt werden kann. Hier fehlt an manchen Stellen eine Differenzierung. Entsprechend bleiben Fragezeichen, wie das Ergebnis tatsächlich zu bewerten ist. Stimmten die Teilnehmenden vielleicht auch zu, selbst wenn ich nur einige der Einzelpunkte befürworteten?
  4. Die konkrete Ausgestaltung einzelner Empfehlungen legt zudem nahe, dass hier ausgewählte ExpertInnen viel Raum erhalten haben für ihre konkreten Ideen. Ein Beispiel ist die vorgeschlagene Sanierungsampel. Hier wird gleich eine Methodik eingeführt, die nur eine von vielen Optionen ist, um das dahinterstehende Ziel zu erreichen. Hier sollte von einem begleitenden Gremium kritischer draufgeschaut werden.

Die Grenzen der politischen Meinungsbildung

Diese Beobachtungen sollen aber die Ergebnisse in keinster Weise schmälern. Stattdessen zeigen sie eine noch viel größere Herausforderung in unserer heutigen Zeit auf: Mangelnde Information oder sogar Desinformation. Fakten und Zusammenhänge sowie die Kenntnis von Möglichkeiten und Notwendigkeiten sind das A und O, wenn es um eine fundierte politische Meinungsbildung geht. Denn die Ergebnisse des Bürgerrats Klima zeigen deutlich, wenn diese vorliegen und verstanden werden, kommen offensichtlich die allermeisten – zumindest beim Thema Klimaschutz – auf dieselben Erkenntnisse. Wenn man ihnen die Zeit gibt, diese zu verstehen.

In der Realität werden wir gnadenlos konfrontiert mit Meinungen und flüchtigen Social-Media-News, deren Wahrheitsgehalt nur die wenigsten überprüfen können. Die BILD-Zeitung titelt zehn Tage vor der Bundestagswahl mit der Schlagzeile „Klima-Schutz kostet Hunderttausende Jobs“. Ob diese auch über das Bürgergutachten berichtet hat? Wenn überhaupt wohl eher als Randnotiz.

Genau deshalb könnten Bürgerräte zu einem wichtigen Werkzeug unserer Demokratie werden. Wenn ihre Stimmen und Empfehlungen als repräsentativ anerkannt würden. Denn hier bekommen die Teilnehmenden genau das, was der Mehrheit im Alltag oft fehlt: Den Zugang zu Expertenwissen sowie die Zeit sich damit auseinanderzusetzen und fundiert eine Meinung bilden zu können. Dass dies beim Klimaschutz zu einer gewaltigen Mehrheit führt, hat das Bürgergutachten gezeigt.

Denkmalgerechte Sanierung: Büro- und Geschäftshaus Gloria Berlin

Gebäude prägen unsere Umwelt und wahren die Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Auch zum Erreichen der Klimaziele gilt es, den Bestand zu erhalten. In Berlin ist das jüngst geschehen: Mit der Revitalisierung eines über 130 Jahre alten Wohnhauses in prominenter Lage wurde bewiesen, dass eine Sanierung im Sinne von Denkmalschutz und Nachhaltigkeit gut funktioniert.

Am Berliner Kurfürstendamm reiht sich eine bunte Mischung an altehrwürdigen Gründerzeitbauten, Gebäuden der Nachkriegsmoderne und der Gegenwart aneinander. Unweit der berühmten Gedächtniskirche haben die Architekten vom ortsansässigen Büro Petra und Paul Kahlfeldt Architekten mit der Sanierung des 1889 erbauten Wohn- und Geschäftshauses Nummer 15 ein Stück Baugeschichte auf dem berühmten Boulevard, kurz Kudamm genannt, erhalten.

Das so genannte Mampe-Haus bildet heute zusammen mit zwei Neubauten das Gebäude-Ensemble „Gloria Berlin“. Auf insgesamt 19.800 Quadratmetern stehen hier Einzelhandel und Büroflächen zur Verfügung. Weichen mussten dafür ein Wohn- und Geschäftshaus sowie das namensgebende Kino „Gloria Palast“. Seit den 1930er Jahren wurden in dem geschichtsträchtigen Lichtspielhaus bedeutende Filme uraufgeführt. Für die beiden Neubauten zeichnen die Berliner Architekten von Ortner & Ortner Baukunst verantwortlich.

Mit einer ganzheitlichen Planung ans Ziel

Doch zurück zum denkmalgeschützten Bestand. Hier haben die Architekten ganze Arbeit geleistet. Das zuletzt als Hotel genutzte Haus strahlt seit Anfang des Jahres innen wie außen im Glanz vergangener Tage. Gleichzeitig steht hier ein zukunftsweisendes Gebäude par excellence. Der Bauherr, die Düsseldorfer Centrum Projektentwicklung GmbH, ließ die Immobilie nicht nur denkmalgerecht sanieren, sondern auch nach den Kriterien DGNB Systems für Sanierung von Gebäude zertifizieren.

Eine Besonderheit dieses Zertifizierungssystems ist, dass auch die speziellen Anforderungen denkmalgeschützter Gebäude explizit berücksichtigt werden. Mit Platin erreicht das Sanierungsprojekt das bestmögliche DGNB Zertifikat. Darüber hinaus ist es das erste, unter Denkmalschutz stehende Gebäude, das von der DGNB zertifiziert wurde.

Sanierung Gloria Berlin

Alt und Neu bilden nach der Sanierung im Gloria Berlin eine stimmige Einheit. © Stefan Müller

Rudi Purps, Geschäftsführer der Centrum Gruppe sagt zum erfolgreichen Abschluss: „Die DGNB Zertifizierung mit dem höchsten Level ist für uns ein großartiger Erfolg, auf den wir stolz sein können. Ein Baudenkmal, noch dazu über 130 Jahre alt, so originalgetreu wie möglich zu sanieren und gleichzeitig ein modernes und nachhaltiges Geschäftshaus zu errichten, bedeutet für Bauherren und Architekten immer eine große Herausforderung. Mit dieser hervorragenden Zertifizierung werden unsere intensive Arbeit und unser Engagement gewürdigt.“

Von der Sanierung zur zeitgemäßen Arbeitswelt

2016 wurde mit der Planung begonnen. Der historische Bestand blieb wo irgend möglich erhalten und wurde höchstens durch hochwertig puristische Materialien ergänzt beziehungsweise in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Das Dach, die neobarocke Fassade, Türen und Fenster wurden ebenso wie die Treppe instandgesetzt und nach den heutigen Anforderungen der Technik aufgearbeitet. Die Stuckdecken mit heute freigelegten Malereien, imposante Holzdeckenvertäfelungen und reich verzierte Kachelöfen zeugen nach ihrer Restaurierung einmal mehr von der Pracht der Gründerzeit. Ertüchtigt werden mussten im Wesentlichen die Bereiche Brand- und Schallschutz.

  • Sanierung Gloria Berlin
    © Stefan Müller

Als verantwortliche Architektin resümiert Prof. Petra Kahlfeldt das Projekt mit den Worten: „Dass es mit dem Umbau gelungen ist, das Haus für weitere 135 Jahre zukunftsfähig zu machen und dies unter Einhaltung der heutigen Nachhaltigkeitskriterien macht uns stolz!“

Während das Erdgeschoss dem Einkaufserlebnis vorbehalten ist, ist in den vier Geschossen darüber eine inspirierende Arbeitswelt entstanden. Ohne auf die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit zu verzichten, genießen die Mieter darin die besondere Wirkung des Altbaus. Dank einer Planung ganz im Sinne der Nachhaltigkeit können sie sich zudem über gesunde Innenraumluft und ein behagliches Klima freuen.

Denkmalschutz und Nachhaltigkeit im Einklang

Beim Zertifizierungsprozess wurden Bauherr und Architekten von der DGNB-Auditorin Nina Peters von der Krefelder Büro für Beratung GmbH begleitet. Sie fasst das Projekt wie folgt zusammen: „Durch die fantastische Neubelebung des Baudenkmals im Sinne der Nachhaltigkeit ist dieses Bauvorhaben mein ganz persönliches Herzensprojekt. Dass wir im hervorragenden Zusammenspiel mit den Architekten Petra und Paul Kahlfeldt und dem engagierten Bauherrn die höchste DGNB Auszeichnung erhalten konnten, macht mich mehr als glücklich.“

Das nachhaltig wie gestalterisch gelungene Sanierungsprojekt tritt den Beweis an, dass es sich allemal lohnt den Bestand zu erhalten. Neben der baukulturellen Verantwortung rücken die Klimaziele damit ein Stück näher.

Sanierung Gloria Berlin

Die denkmalgerecht sanierte Fassade wurde gemäß heutigen Standards ertüchtigt. © Stefan Müller

Von der Theorie zur Praxis: Das Experiment Wissens-Hackathon

Mit der neuen Hackathon-Reihe sucht die gemeinnützige Wissensstiftung nach konkreten Lösungen und das in kürzester Zeit: Ende Juli ging das Experiment offiziell in die erste Runde. Unterstützt von der DGNB und der Bundesarchitektenkammer, stand der Tag ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Architektur. Für die geladene Expertenrunde galt es, an nur einem Tag Antworten zu relevanten Themen rund um das nachhaltige Bauen zu liefern. So sollen einmal mehr alle am Bau Beteiligten in die Lage versetzt werden, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln.

Wissens-Hackathon verANTWORTung ArchitketurDas erklärte Ziel des Tages war die Erarbeitung neuer Inhalte für die Wissensstiftung. Auf der Website www.norocketscience.earth vermittelt diese seit Beginn des Jahres Wissen für Weltenretter. Konkret geht es darum, die oftmals komplexen Themen des nachhaltigen Bauens kompakt und leicht verständlich weiterzugeben. Fachleute stiften dafür tiefgreifendes Wissen auf ihrem Spezialgebiet. Die Wissensstiftung will einen leichten Einstieg in das vielschichtige Thema bieten. Die Reihe Wissens-Hackathon verANTWORTung soll nun neue Wissensbausteine hervorbringen.

Der Wissens-Hackathon Architektur als Pilotversuch

Mit Prof. Thomas Auer (TU München & Transsolar), Stefan Behnisch (Behnisch Architekten), Prof. Alexander Rudolphi (Rudolphi & Rudolphi) und Prof. Michael Braungart (Leuphana Universität) haben sich gleich vier Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen des nachhaltigen Bauens auf das Abenteuer Wissens-Hackathon eingelassen. Im Grunde wusste keiner der Beteiligten so richtig, was ihn erwartet. Die Neugierde auf das Hackathon-Format überwog ebenso wie die Begeisterung dafür, das eigene Wissen weiterzugeben. Mit dabei waren zudem die Online-Zuschauer, die während des Tages eingeladen waren, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben oder sich gleich selbst als Wissensstifter einzubringen.

Ein inspirierender Tag voll konstruktiver Diskussionen

Im Anschluss an die Begrüßung durch DGNB Vorstand Dr. Christine Lemaitre und Hans Dieterle (Hauptgeschäftsführer Architektenkammer BW) gab es zum Einstieg in den ersten Wissens-Hackathon verANTWORTung zwei Impuls-Gespräche. Die Themen Klimagerechtes Planen, Materialien und zirkuläres Bauen wurden hier bereits angeregt diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass Aussagen wie „Der Markt erwartet aber …“ und „Das haben wir aber schon immer so gemacht“ im Grunde faule Ausreden sind, die uns nicht weiterbringen. Jeder einzelne am Bau Beteiligte steht im Rahmen seiner Möglichkeiten in der Verantwortung eine nachhaltige Bauweise zu vermitteln und diese gar einzufordern. Eine Aufzeichnung der Impuls-Gespräche finden Sie hier.

  • Wissens-Hackathon verANTWORTung Architektur
    Offline-Arbeitssession: Ein Tag voll konstruktiver Gespräche

Für den Nachmittag verabschiedete sich die Expertenrunde in die Offline-Arbeitssession. Schnell entstanden spannende Gespräche. Das Für und Wider einzelner, vorab von den Zuschauern vorgeschlagener Themen wurde abgewogen, neue Wege der Wissensvermittlung wurden ersonnen. Es herrschte eine inspirierende Atmosphäre. Jeder gab sein geballtes Wissen preis, jeder hat von jedem gelernt, immer neue Themen wurden aufgegriffen. Nicht zuletzt aus Zeitgründen mussten einige davon in den Themenspeicher für den nächsten Hackathon geschoben werden. Nach getaner Arbeit stellte Thomas Auer noch eine zuversichtliche Prognose: „In 20 bis 30 Jahren wird darüber gelächelt, was wir hier heute über das nachhaltige Bauen vermitteln.“ Als Professor hat er einen Einblick in die Denk- und Lebensweise der nachfolgenden Generation, für die das Thema Nachhaltigkeit längst keine Floskel mehr ist, sondern das was es sein sollte: ein selbstverständlich gelebter Teil des täglichen Handelns.

Am Ball bleiben: Stetiges Überdenken und Hinterfragen

Wissens-Hackathon verANTWORTung Architketur

Dr. Anna Braune (DGNB)

Am Abend präsentierte Dr. Anne Braune (DGNB) rund 30 konkrete Bausteine zu den übergeordneten Themen Klima & Energie, Suffizienz, Resilienz, Materialien, Lebensraumqualität, Freiräume & Ökosysteme und Mobilität. Die neuen Wissensbausteine werden aktuell aufbereitet und in Kürze sukzessive unter www.norocketscience.earth veröffentlicht. Den Abschluss des Tages bildete schließlich eine Diskussionsrunde. Dr. Christine Lemaitre resümierte mit den anwesenden Experten und zwei weiteren Gästen, Markus Müller (Präsident Architektenkammer BW) und Amandus Samsøe Sattler (DGNB Präsident & Allmann Sattler Wappner Architekten) den Tag. Amandus Samsøe Sattler appellierte in diesem Zuge an seine Kollegen, die Potenziale des nachhaltigen Bauens für ihre Entwürfe zu erkennen und das Thema nicht etwa als Hemmnis zu betrachten. Hierbei helfen Formate wie die Wissensstiftung, auf der frei zugängliches Wissen dazu einlädt, einzelne Themen zu vertiefen, um die Vorteile zu erkennen und handlungsfähig zu werden. Die Aufzeichnung zur Präsentation der Wissensbausteine und der Abschlussdiskussion finden Sie hier.

Wissens-Hackathon verANTWORTung Architketur

Prof. Thomas Auer (TU München & Transsolar), Prof. Alexander Rudolphi (Rudolphi & Rudolphi), Stefan Behnisch (Behnisch Architekten), Dr. Christine Lemaitre (DGNB), Amandus Samsøe Sattler (DGNB Präsident & Allmann Sattler Wappner Architekten), Markus Müller (Präsident Architektenkammer BW), Prof. Michael Braungart (Leuphana Universität)

Das Experiment ist gelungen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an alle, die sich gemeinsam mit uns darauf eingelassen haben! Die nächsten Wissens-Hackathons verANTWORTung zu den Themenschwerpunkten Stadtplanung und Design sind in Planung. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Sollten Sie Fragen und Anregungen haben oder gar selber zum Wissensstifter werden wollen, kontaktieren Sie uns gerne über www.wissensstiftung.eu.

Dr. Christine Lemaitre im Gespräch

Die Zeit der Zweifler ist vorbei: Statement zum Weltklimabericht

Er ist leider nicht verwunderlich, trotzdem erschütternd und vor allem aussagekräftig: Der sechste Weltklimabericht beendet die Zeit der Klimaleugner und Zweifler. Jetzt muss entschlossen gehandelt werden, um das Leben auf der Erde in erträglichem Maße zu halten. Die konsequente CO2-Reduktion ist das Mittel der Wahl. Da hat der gesamte Gebäudesektor zu tun – die Zeit läuft.

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Eine Deklaration Nachhaltigkeit für die Innenarchitektur

Die Initiative Phase Nachhaltigkeit erhält mit der Deklaration Nachhaltigkeit Innenarchitektur einen neuen Baustein. Dieser erweitert das Angebot der 2019 von der DGNB und der Bundesarchitektenkammer ins Leben gerufenen Initiative für mehr Nachhaltigkeit in der Planungspraxis. Die Deklaration Nachhaltigkeit Architektur bildet dabei bereits ein wichtiges Werkzeug um die verschiedenen Aspekte, die es beim nachhaltigen Hochbau zu beachten gibt, frühzeitig mit dem Bauherrn zu fixieren. Ab sofort gibt es das auch für die Innenarchitektur.

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DGNB Blog: Die Baustelle der Zukunft ist nachhaltig

Die Baustelle der Zukunft ist nachhaltig

Mehr Ressourcenschutz, mehr Arbeitssicherheit, mehr Akzeptanz: Mit einem neuen Zertifizierungssystem widmet sich die DGNB ganz speziell dem Thema „Nachhaltige Baustelle“. Das Planungs- und Management-Tool unterstützt nicht nur einen reibungslosen Bauablauf, die Minimierung der CO2-Emissionen und die Kreislaufwirtschaft, sondern setzt mit nur fünf Kriterien umfassende Nachhaltigkeitsstandards für den Baustellenprozess.

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Dr Anja Rosen, Amandus Samsoe Sattler

Starke Auftritte beim Tag der Nachhaltigkeit 2021

Am 1. Juli 2021 veranstaltete die DGNB den Tag der Nachhaltigkeit live aus dem Haus der Architekten in Stuttgart. Pitch-Präsentationen, ausgezeichnete Architektur und Diskutanten aus aller Welt waren Teil des bunten Bühnenprogramms. Über 500 Teilnehmer waren dabei und nutzten digitale Themenräume zum Netzwerken. Für alle, die nicht dabei sein konnten, folgt hier ein Rückblick und das Nachmittagsprogramm zum Nachschauen.

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Als Gegenentwurf zur anhaltenden Technisierung entwickelten Liebel / Architekten und Transsolar eine klimapositiv betriebene Schulerweiterung.

Weniger ist mehr: Fachklassentrakt Schubart-Gymnasium Aalen

Im neuen Fachklassentrakt für Biologie und Chemie am Schubart-Gymnasium in Aalen sind Schüler und Lehrer den Naturwissenschaften auch baulich ganz nah: Mit einem wegweisenden Konzept nutzen Liebel / Architekten und Transsolar KlimaEngineering die Umweltenergien Licht, Thermik und Erdwärme effektiv aus. Für diesen attraktiven Ort des Lernens gab es von der DGNB die Auszeichnung Klimapositiv und ganz aktuell auch den Green Solutions Award Deutschland 2021.

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Bauen und Biodiversität: unser Bekenntnis

Im Oktober dieses Jahrs findet die 15. Weltkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt im südchinesischen Kunming statt. Dann legen die Mitgliedsstaaten eine neue 10-Jahres-Strategie bis 2030 fest. Als einziger Verband aus der Baubranche hat die DGNB ein klares Bekenntnis verfasst. Denn Bauen und Biodiversität hängen facettenreich zusammen. Das zeigt dieser Beitrag in Kürze.

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1 Million Sanierungen pro Jahr: Ist das möglich?

Faktencheck: Wie realistisch ist die Forderung nach 1 Million klimaneutraler Sanierungen?

Mitte März hat die DGNB gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und der Bundesarchitektenkammer (BAK) ein Positionspapier veröffentlicht. Im Kern steht die Forderung an die künftige Bundesregierung nach 1 Million klimaneutraler Sanierungen im Bestand pro Jahr, 1 Million Sanierungsfahrplänen, 100% Transparenz und 100 Tage für Weichenstellungen. In einem gemeinsamen Event haben die Partner des Aktionsbündnisses ihre Forderungen nochmals einem Faktencheck unterzogen und kritische Fragen beantwortet. Weiterlesen

© Bürgerrat Klima, Robert Boden

Bürgerrat Klima: Politikberatung aus der Zivilgesellschaft

Wie kann unser Land die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren erreichen? Das ist die grundlegende Frage, mit der sich der Bürgerrat Klima in den Handlungsfeldern „Mobilität“, „Ernährung“, „Energie“ und „Gebäude und Wärme“ beschäftigt. Heute Abend findet die zwölfte und letzte Sitzung statt, die die DGNB als Unterstützer mit Spannung erwartet. Im Beitrag erhalten Sie einen Überblick über die Arbeit der Initiative.

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DGNB Tag der Nachhaltigkeit 2021

DGNB Tag der Nachhaltigkeit 2021: Inspiration im Onlineformat

Der DGNB Tag der Nachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren zur zentralen Veranstaltung der Nachhaltigkeitscommunity im Baubereich entwickelt. Leider ist es in diesem Jahr nicht möglich, den Tag in gewohntem Rahmen auszurichten. Was an der Menge an Impulsen nichts ändert. Nur die Möglichkeiten zum Austausch sind diesmal anders. Machen wir das Beste aus dem Online-Rahmen! Weiterlesen

Jugend forscht: Wie ein Schüler eine nachhaltige Stadt plant

Mit seinem Computerprogramm kann man eine Stadt planen, mehr über ihre Klimabilanz erfahren und sie als 3D-Modell betrachten. Nicolas vom Scheidt ist gerade mal 14 Jahre alt und mit seiner „Interaktiven Stadtplanung“ dieses Jahr erfolgreich beim Wettbewerb „Jugend forscht“ angetreten. Wir haben mit ihm über seine Motivation, den Nutzen der Software und seine Wünsche für die Zukunft gesprochen.
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Wer gewinnt die DGNB Sustainability Challenge 2021?

Wer gewinnt die DGNB Sustainability Challenge 2021?

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Baubranche an Bedeutung. Immer mehr etablierte Unternehmen, Start-ups und Forschungsprojekte beschäftigen sich auf innovative Weise mit neuen, nachhaltigen Lösungen. Mit der Sustainability Challenge sucht die DGNB daher auch 2021 die jeweils spannendsten und wegweisendsten unter ihnen. Wer eben diese Finalisten in diesem Jahr sind, stellen wir Ihnen im Beitrag vor. Denn wer gewinnt, entscheiden ab jetzt Sie. Weiterlesen