Klimaschutz
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Klimawandel stoppen: Studenten liefern konkrete Lösungen

In ihrem Buch „Kleine Gase – große Wirkung“ (2018) haben die beiden Studenten Christian Serrer und David Nelles anschaulich aufgearbeitet, wie der Mensch das Klima beeinflusst und welche Folgen das hat. Mit „Machste dreckig – machste sauber: Die Klimalösung“ legten sie nun – pünktlich zur diesjährigen Klimakonferenz in Glasgow – nach und erläutern in ihrem neuen Buch Lösungsstrategien für die Klimakrise, die bereits heute technisch möglich sind.  Deutlich wird: gerade im Bauen gibt es viel zu tun!

Ganz klar: Nachrichten zum Klimawandel können überwältigend sein und ein Ohnmachtsgefühl hinterlassen. Doch die beiden Autoren des Buches „Machste dreckig – machste sauber“ sind zuversichtlich: „Eigentlich liegen in der Erkenntnis, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist, sowohl Trost als auch schon die Problemlösung“, sagt Christian Serrer. „Der Klimawandel ist keine Naturgewalt, der wir hilflos ausgeliefert sind. Wir können ihn stoppen. Wir müssen es nur wollen“.

Wie genau das gelingen kann, haben die beiden Studenten gemeinsam mit über 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in acht Kapiteln dargestellt – darunter eine kurze Zusammenfassung zu Ursachen und Folgen des Klimawandels. Auch dem Gebäudebereich als einem der größten Klimasünder kommt ein eigenes Kapitel zu. Hierfür konnte die DGNB als Impulsgeberin für ein nachhaltiges Umdenken in der Branche wichtige Informationen und Lösungsstrategien beisteuern. Außerdem werden die Bereiche Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Industrie, CO2-Entfernung und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft genauer unter die Lupe genommen.

Da die Kapitel nicht aufeinander aufbauen, können sich Leserinnen und Leser gezielt zu den jeweiligen Themengebieten informieren, ohne das Buch von vorne bis hinten durchlesen zu müssen. „Dieses Format ist uns sehr wichtig. Wir möchten so viele Menschen wie möglich erreichen und das Konzept hat sich bei unserem ersten Buch bewährt“. Ihre Vision ist, dass das Buch für fundierte Diskussionen auf Basis von Fakten dient und dem Klimamärchen ein Ende bereitet. Zusätzlich haben die beiden Autoren einen YouTube-Kanal gestartet, auf dem sie Hintergrundinformationen rund um das Thema Klimawandel teilen.

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Dinge, die jede und jeder für das Klima tun kann

Zum Abschluss liefert das Buch eine kurze 7-Punkte-Liste, die dazu anregt, CO2-Einsparpotentiale im eigenen Alltag zu entdecken. Ganze fünf dieser sieben Punkte sind mit dem Bauen, aber auch der Nutzung von Gebäuden und Quartieren verknüpft. In der folgenden Auflistung zeigen wir, inwiefern:

1.: Spread the message! Mitmenschen im Privat- und Berufsleben über den Klimawandel und Handlungsmöglichkeiten zu informieren, dafür zu begeistern und sich auszutauschen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft. Beispielsweise sind in der Baubranche nachwachsende Baustoffe noch wenig verbreitet und teilweise mit Vorurteilen belastet. Ein breiter öffentlicher Dialog kann das ändern.

2.: Die Mobilitätswende meistern! Gerade bei der Planung von Quartieren sollte darauf geachtet werden, dass Menschen der Umstieg vom eigenen (Verbrenner-)Auto leicht gemacht wird. Ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz oder integrierte Car-Sharing-Konzepte erleichtern diesen Umstieg.

3.: Klimafreundliche Energien nutzen! Dachflächen und Häuserwände eignen sich, um Photovoltaikanlagen darauf zu installieren. Das kann sowohl bei Neubau realisiert, aber auch später nachgerüstet werden. Wer ungenutzte Flächen hat und nicht selbst eine PV-Anlage installieren möchte, kann diese Fläche auch zweckgebunden vermieten. Mieterinnen oder Mieter einer Wohnung können über den Wechsel zu einem umwelt- und klimafreundlichen Energieanbieter nachdenken.

4.: Klimafreundlich Wohnen, Energie sparen! Nicht nur eine gut isolierte Gebäudehülle und umweltfreundliche Baustoffe können Gebäude und Wohnen klimafreundlich machen. Auch auf die Wohnfläche kommt es an. Je mehr Wohnfläche pro Kopf benötigt wird, desto mehr Energie wird verwendet, um die Fläche zu beheizen und mit Strom zu versorgen. In Deutschland stieg dieser Wert 2020 erneut – auf 47,7m2 pro Person. Hier kann jede und jeder dazu beitragen, den weltweiten Anstieg der Wohnfläche pro Person zu bremsen.

5.: Klimaschutz immer mitdenken! Wer bei der Bauplanung den Klimaschutz von vornherein mitdenkt, spart sich später teure Umbaumaßnahmen und macht Gebäude fit für die Zukunft.

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    Auch wenn die Klimaerwärmung unter 2°C bleibt, werden die Folgen dieses Klimawandels spürbar sein. Um sich dafür zu rüsten, sind Anpassungen nötig, die in dem Buch "Machste dreckig - Machste sauber: Die Klimalösung" vorgestellt werden. Teil 1

„Für mich war das ein richtiger Aha-Moment, wie viel eigentlich gegen den Klimawandel getan werden kann“, fasst Christian Serrer die Recherchen zusammen. Diesen Eindruck vermittelt das neue Buch der beiden Studenten auch seinen Leserinnen und Lesern. Lassen Sie sich inspirieren.


Titelbild: © Copyright 2021 David Nelles und Christian Serrer
Grafiken: © Copyright 2021 David Nelles und Christian Serrer

Kategorie: Klimaschutz

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Jana Manuela Burczyk arbeitet als Redakteurin bei der DGNB in der Abteilung PR, Kommunikation und Marketing. Ihre Begeisterung für Recherche und das Interesse an Naturwissenschaften konnte sie während ihres Wissenschaftsjournalismus-Studiums verbinden. In dieser Zeit entdeckte sie auch die Themen Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz für sich, wodurch sie zur DGNB fand. Zuvor arbeitete sie bereits als freiberufliche Redakteurin.

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