Architektur, Nachhaltiges Bauen, Wissensstiftung
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Von der Theorie zur Praxis: Das Experiment Wissens-Hackathon

Mit der neuen Hackathon-Reihe sucht die gemeinnützige Wissensstiftung nach konkreten Lösungen und das in kürzester Zeit: Ende Juli ging das Experiment offiziell in die erste Runde. Unterstützt von der DGNB und der Bundesarchitektenkammer, stand der Tag ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Architektur. Für die geladene Expertenrunde galt es, an nur einem Tag Antworten zu relevanten Themen rund um das nachhaltige Bauen zu liefern. So sollen einmal mehr alle am Bau Beteiligten in die Lage versetzt werden, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln.

Wissens-Hackathon verANTWORTung ArchitketurDas erklärte Ziel des Tages war die Erarbeitung neuer Inhalte für die Wissensstiftung. Auf der Website www.norocketscience.earth vermittelt diese seit Beginn des Jahres Wissen für Weltenretter. Konkret geht es darum, die oftmals komplexen Themen des nachhaltigen Bauens kompakt und leicht verständlich weiterzugeben. Fachleute stiften dafür tiefgreifendes Wissen auf ihrem Spezialgebiet. Die Wissensstiftung will einen leichten Einstieg in das vielschichtige Thema bieten. Die Reihe Wissens-Hackathon verANTWORTung soll nun neue Wissensbausteine hervorbringen.

Der Wissens-Hackathon Architektur als Pilotversuch

Mit Prof. Thomas Auer (TU München & Transsolar), Stefan Behnisch (Behnisch Architekten), Prof. Alexander Rudolphi (Rudolphi & Rudolphi) und Prof. Michael Braungart (Leuphana Universität) haben sich gleich vier Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen des nachhaltigen Bauens auf das Abenteuer Wissens-Hackathon eingelassen. Im Grunde wusste keiner der Beteiligten so richtig, was ihn erwartet. Die Neugierde auf das Hackathon-Format überwog ebenso wie die Begeisterung dafür, das eigene Wissen weiterzugeben. Mit dabei waren zudem die Online-Zuschauer, die während des Tages eingeladen waren, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben oder sich gleich selbst als Wissensstifter einzubringen.

Ein inspirierender Tag voll konstruktiver Diskussionen

Im Anschluss an die Begrüßung durch DGNB Vorstand Dr. Christine Lemaitre und Hans Dieterle (Hauptgeschäftsführer Architektenkammer BW) gab es zum Einstieg in den ersten Wissens-Hackathon verANTWORTung zwei Impuls-Gespräche. Die Themen Klimagerechtes Planen, Materialien und zirkuläres Bauen wurden hier bereits angeregt diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass Aussagen wie „Der Markt erwartet aber …“ und „Das haben wir aber schon immer so gemacht“ im Grunde faule Ausreden sind, die uns nicht weiterbringen. Jeder einzelne am Bau Beteiligte steht im Rahmen seiner Möglichkeiten in der Verantwortung eine nachhaltige Bauweise zu vermitteln und diese gar einzufordern. Eine Aufzeichnung der Impuls-Gespräche finden Sie hier.

  • Wissens-Hackathon verANTWORTung Architektur
    Offline-Arbeitssession: Ein Tag voll konstruktiver Gespräche

Für den Nachmittag verabschiedete sich die Expertenrunde in die Offline-Arbeitssession. Schnell entstanden spannende Gespräche. Das Für und Wider einzelner, vorab von den Zuschauern vorgeschlagener Themen wurde abgewogen, neue Wege der Wissensvermittlung wurden ersonnen. Es herrschte eine inspirierende Atmosphäre. Jeder gab sein geballtes Wissen preis, jeder hat von jedem gelernt, immer neue Themen wurden aufgegriffen. Nicht zuletzt aus Zeitgründen mussten einige davon in den Themenspeicher für den nächsten Hackathon geschoben werden. Nach getaner Arbeit stellte Thomas Auer noch eine zuversichtliche Prognose: „In 20 bis 30 Jahren wird darüber gelächelt, was wir hier heute über das nachhaltige Bauen vermitteln.“ Als Professor hat er einen Einblick in die Denk- und Lebensweise der nachfolgenden Generation, für die das Thema Nachhaltigkeit längst keine Floskel mehr ist, sondern das was es sein sollte: ein selbstverständlich gelebter Teil des täglichen Handelns.

Am Ball bleiben: Stetiges Überdenken und Hinterfragen

Wissens-Hackathon verANTWORTung Architketur

Dr. Anna Braune (DGNB)

Am Abend präsentierte Dr. Anne Braune (DGNB) rund 30 konkrete Bausteine zu den übergeordneten Themen Klima & Energie, Suffizienz, Resilienz, Materialien, Lebensraumqualität, Freiräume & Ökosysteme und Mobilität. Die neuen Wissensbausteine werden aktuell aufbereitet und in Kürze sukzessive unter www.norocketscience.earth veröffentlicht. Den Abschluss des Tages bildete schließlich eine Diskussionsrunde. Dr. Christine Lemaitre resümierte mit den anwesenden Experten und zwei weiteren Gästen, Markus Müller (Präsident Architektenkammer BW) und Amandus Samsøe Sattler (DGNB Präsident & Allmann Sattler Wappner Architekten) den Tag. Amandus Samsøe Sattler appellierte in diesem Zuge an seine Kollegen, die Potenziale des nachhaltigen Bauens für ihre Entwürfe zu erkennen und das Thema nicht etwa als Hemmnis zu betrachten. Hierbei helfen Formate wie die Wissensstiftung, auf der frei zugängliches Wissen dazu einlädt, einzelne Themen zu vertiefen, um die Vorteile zu erkennen und handlungsfähig zu werden. Die Aufzeichnung zur Präsentation der Wissensbausteine und der Abschlussdiskussion finden Sie hier.

Wissens-Hackathon verANTWORTung Architketur

Prof. Thomas Auer (TU München & Transsolar), Prof. Alexander Rudolphi (Rudolphi & Rudolphi), Stefan Behnisch (Behnisch Architekten), Dr. Christine Lemaitre (DGNB), Amandus Samsøe Sattler (DGNB Präsident & Allmann Sattler Wappner Architekten), Markus Müller (Präsident Architektenkammer BW), Prof. Michael Braungart (Leuphana Universität)

Das Experiment ist gelungen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an alle, die sich gemeinsam mit uns darauf eingelassen haben! Die nächsten Wissens-Hackathons verANTWORTung zu den Themenschwerpunkten Stadtplanung und Design sind in Planung. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Sollten Sie Fragen und Anregungen haben oder gar selber zum Wissensstifter werden wollen, kontaktieren Sie uns gerne über www.wissensstiftung.eu.

Kategorie: Architektur, Nachhaltiges Bauen, Wissensstiftung

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Christine Schröder arbeitet bei der DGNB als Referentin Initiativen und Netzwerk mit den Schwerpunkten Phase Nachhaltigkeit und Wissensstiftung. Nach dem Architekturstudium und der Mitarbeit in Büros in Stuttgart, Berlin und London fand sie den Weg zum Schreiben während eines Volontariats bei der Verlagsanstalt Alexander Koch. Hier war sie über zehn Jahre in der Redaktion der Architekturfachzeitschrift AIT tätig. Ihre Begeisterung für das nachhaltige Bauen führte schließlich zur DGNB.

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