DGNB, Netzwerk
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Young Professionals bei der DGNB: „Seid offen und unerschrocken!“

Netzwerk nutzen als Student

Netzwerken – ein Schlagwort, um das heute kaum ein Student oder Berufseinsteiger mehr herumkommt. Gleichzeitig fragen sich viele, ob sich das Engagement bereits während des Studiums lohnt und ob sie zwischen Berufserfahrenen einen Platz haben. Wir haben mit Kasimir Forth zum Thema gesprochen. Der Geschäftsführer des Leonhard Obermeyer Centers in München ist selbst als Student das erste Mal mit der DGNB und ihrem Netzwerk in Berührung gekommen und seitdem engagiert. Seine Antwort: Auf jeden Fall!

Levke Kehl (LK): 2017 haben Sie Ihre Prüfung zum DGNB Registered Professional (RP) bestanden. Damals waren Sie noch Student. Wie sind Sie auf die DGNB aufmerksam geworden?

In meinem Bachelorstudiengang „Ingenieurwissenschaften“ an der Technischen Universität München (TUM) habe ich mich bereits auf die Vertiefungsrichtung „Nachhaltiges Bauen“ spezialisiert und im Anschluss ein Praktikum bei einem großen Bauberatungsbüro im Bereich Energiedesign und Nachhaltigkeitszertifizierungen absolviert. Dort hatte ich meinen ersten direkten Kontakt mit dem DGNB System und dem Netzwerk. Als ich schließlich den Master „Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen“ an der TUM anfing und nebenher weiter in dem Bereich als Werkstudent tätig war, wollte ich den ersten Schritt zu dem Berufsbild des DGNB Auditors mithilfe des Registered Professionals absolvieren. Dafür überzeugte ich meinen Studiengangsleiter zu einer Hochschulkooperation mit der DGNB. So konnte ich mir das Wissen studienbegleitend aneignen und nach meinem Abschluss direkt die Prüfung zum RP ablegen.

LK: Durch die Prüfung hatten Sie die Chance, ein Jahr Probemitglied bei der DGNB zu werden. Wie haben Sie das genutzt?

Kasimir Forth (l.) beim Besuch des DGNB zertifizierten Projekts ESO Supernova in München im Rahmen von „DGNB unterwegs“

Ich habe die Probemitgliedschaft auch als Student schon dazu genutzt, um an Netzwerkveranstaltungen in München, wie beispielsweise „DGNB unterwegs“, teilzunehmen. Dadurch konnte ich erste Kontakte zu regionalen Gleichgesinnten aufbauen und mich im Netzwerk zu unterschiedlichen Themen austauschen. Als Student ist es sicherlich hilfreich, zertifizierte Projekte vor Ort zu sehen, um den Mehrwert zu begreifen, aber auch welche unterschiedlichen Stakeholder Interesse an den Ideen der DGNB haben. Im Anschluss meiner Probemitgliedschaft habe ich außerdem auch mit der Prüfung zum DGNB Consultant die nächste Ausbildungsstufe beschritten.

LK: Welche Vorteile bieten Netzwerke wie die DGNB Studenten während Ihres Studiums oder auch danach?

Einerseits können Studenten erste Erfahrungen mit Nachhaltigkeitszertifizierungen erhalten, andererseits ermöglicht es auch, in den Kontakt mit potenziellen Arbeitsgebern in der Branche zu kommen. Ich bin überzeugt, dass dieser Bereich immer drängender und wichtiger wird und Arbeitgeber jetzt schon Probleme haben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Allerdings haben Berufseinsteiger häufig nicht viele Erfahrungen in dem Berufsfeld oder die notwendige Marktübersicht. Dabei helfen neutrale Netzwerke, wie das der DGNB, um sich persönlich auszutauschen und auch kontroverse Diskussionen hinsichtlich Idealismus vs. Realismus zu führen. Letztendlich hängt es auch von den jungen, unvoreingenommenen Menschen ab, die alten Denkweisen zu hinterfragen und auf die Probe zu stellen. Der Austausch in einem offenen, gleichberechtigten Netzwerk kann dabei eine ideale Plattform bieten.

LK: Mittlerweile sind Sie Mitglied in unserem Expertenpool und engagieren sich in Strategiegruppen. Warum haben Sie sich dazu entschieden?

Ich habe schnell gemerkt, dass das DGNB System seine Grenzen hat, aber auch ein groß(artig)es Netzwerk dahintersteht, das die Dinge immer weiter verbessern will. Ganz konkret haben mich die fehlenden Schnittstellen zu einer schlanken, digitalen Nachweisführung v.a. bei der Ökobilanzierung gestört. Anstatt dies zu bedauern, habe ich dann meine Masterarbeit über BIM-integriertes Lifecycle Assessment geschrieben. Und über das DGNB Netzwerk viele Mitstreiter kennengelernt, die auch selber großes Interesse an denselben Themen haben. Zudem bietet die DGNB ein sehr vielfältiges Themenspektrum, sodass man sich jederzeit auch in der Breite austauschen und up to date bleiben kann.

LK: Welchen Tipp würden Sie heutigen Studierenden mit Blick auf Netzwerkveranstaltungen und das Engagement im Verein geben?

Ich kann nur jedem raten, offen, unerschrocken und unvoreingenommen zu sein und Grenzen auszutesten. Engagement zahlt sich immer aus, auch wenn dies kurzfristig evtl. noch nicht abzusehen ist. Außerdem kann es sehr bereichernd sein, diverse Leute mit unterschiedlichem Alter und persönlichen Hintergründen kennenzulernen und Ihnen gleichzeitig auf Augenhöhe zu begegnen.

Ein Netzwerk, das von Vielfalt lebt

Wer wissen will, ob die eigene Hochschule oder Universität schon eine Kooperation mit der DGNB hat, findet hier eine Übersicht. Mehr über die Fortbildung zum Registered Professional gibt es hier, Infos zur Mitgliedschaft hier.

Herzstück der DGNB ist der Verein mit seinen Mitgliedern. Was alle verbindet, ist ihr Interesse und ihre Bereitschaft, sich für mehr Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft aktiv einzusetzen

Als Mitmachverein, der von der Vielfalt seiner Mitglieder lebt, und Netzwerk, in dem jeder voneinander profitiert, freuen wir uns bei der DGNB immer über frischen Wind und neue Impulse. Aus diesem Grund haben wir zudem die Strategiegruppe „Young Professionals“ ins Leben gerufen. Hier erarbeiten wir gemeinsam Möglichkeiten, wie Absolventen und Berufseinsteiger die DGNB als Verein noch besser nutzen können. Alle Infos gibt es hier.

 

Kategorie: DGNB, Netzwerk

von

Levke Maria Kehl

Levke Maria Kehl arbeitet für die DGNB als Redakteurin in der Abteilung PR, Kommunikation und Marketing. Ihr liegt es besonders am Herzen, Themen ansprechend und unterhaltsam zu präsentieren und gleichzeitig zielgruppen- und kanalgerecht aufzubereiten. Angetrieben von ihrem großen Interesse am Thema Nachhaltigkeit kam sie bereits während ihres Kommunikationsmanagement-Studiums als Werkstudentin zur DGNB.

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